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Berkauer Heimatfreunde sehen Vorteil für eigene Stube im neuen Radweg Hohenwulsch-Kalbe

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Pagels und Wichmann sehen sich alte Fotoalben aus der Heimatstube an.
Ortsbürgermeisterin Ines Pagels (l.) und Chronistin Ruth Wichmann aus Berkau freuen sich auf den neuen Radweg Hohenwulsch-Kalbe. Neben den Anwohnern und Touristen wird auch die Heimatstube davon profitieren, hoffen sie. © Lisa Maria Krause

Wenn der Radweg auf der ehemaligen Strecke der Altmärkischen Kleinbahn dann mal da ist, wird er auch direkt an Berkau vorbei führen. Ortschronistin Ruth Wichmann hofft, dass dabei auch mehr Schwung in ihr Herzensprojekt kommt: die Berkauer Heimatstube.

Berkau - Dass es in der Bismarker Ortschaft eine Heimatstube gibt, ist gar nicht so bekannt. Das geben Wichmann und Ortsbürgermeisterin Ines Pagels gegenüber der AZ zu. Zwar werde die Heimatstube im Flyer und im Bürgerkurier der Einheitsgemeinde präsentiert, aber allein ein Schild zum Ausweisen des Gebäudes neben der Kindertagesstätte fehlt. Ursprünglich wurde der Containerbau als Bürgerbüro eingerichtet. Seit etwa 2002 beherbergt es neben der Heimatstube auch eine Bibliothek und das Büro der Ortsbürgermeisterin.

Die alte Strecke ist zugewachsen. Knapp ist noch ein inzwischen grüner Bahnsteig zu erkennen.
Die alten Schienen der Kleinbahn wurden zuerst hier bei Berkau abgebaut. © Lisa Maria Krause

„Ich denke, dass wir davon profitieren können“, sagt Pagels über den neuen Radweg. Und damit meint sie auch die Berkauer Pedalritter. So könnten sie einfach am Sonntag zur Burg nach Kalbe fahren. „Straßenbegleitend hat was für sich. Aber auch ein Weg, der einmal durch die Natur führt, hat was für sich. Radfahrer haben dann die Wahl.“ Berkau ist mit einem straßenbegleitenden Radweg bereits nach Bismark und Kremkau angebunden.

Wichmann und Pagels können sich gut Rundfahrten mithilfe des kommenden Radweges vorstellen. Bereits jetzt würden dazu landwirtschaftliche Wege genutzt. „Der war noch nicht mal richtig fertig, da fuhren schon welche“, sagt die Chronistin über einen solchen Weg, der 2020 Richtung Poritz ausgebaut wurde.

„Ich freue mich schon, was da kommen wird.“ Wichmann erwartet, dass der Radweg nach Kalbe erst „ganz doll angenommen“ werde, weil er neu ist. Ganz spontane Besuche in der Heimatstube seien allerdings schwierig. Ein Anruf vorher wäre besser. „Auch ein Radfahrer plant seine Route“, sagt Pagels dazu. Genaue Zahlen, wie viele Besucher sie bekommt, hat Wichmann nicht im Kopf.

Zwei alte Kinderwagen und eine gefüllte Vitrine.
Zahlreiche kleine und große Schätze in der Berkauer Heimatstube. © Lisa Maria Krause

Die beiden haben bei all der Vorfreude aber auch etwas Kritik übrig: „Die Fahrradwege sind so schlecht hier“, bemängelt Wichmann und nennt besonders die Strecken nach Bismark und Kremkau. Schließlich müssten die Radwege nicht nur gebaut, sondern „ja, auch gepflegt werden“. Pagels sieht die Straßenmeisterei in der Pflicht.

„Das sind richtige kleine Schätze“, sagt Wichmann über die Ausstellungsstücke in der Heimatstube, die großteilig direkt aus dem Ort stammen. Viele sind gespendet, andere aber auch Leihgaben oder von Wichmann eingekauft. Bisher hätte jeder Berkauer Ortsbürgermeister gesagt, „kauf das und es wird bezahlt von der Gemeinde“, berichtet Wichmann. Sie hat über jeden Gegenstand etwas zu erzählen.

Zusätzlich kümmert sie sich um die Übersetzung von plattdeutschen Gedichten und natürlich die Ortschronik. Es gibt noch weitere ehrenamtliche Mitstreiter, einen Verein allerdings nicht. „Wir suchen noch Leute“, merkt Wichmann an. Die AZ unterhält sich mit Menschen, die vom neuen Radweg beeinflusst werden könnten.

Der ausgebaute ländliche Weg nach Poritz.
Die ländlichen Wege werden bereits jetzt gerne von Radfahrern genutzt, wie dieser nach Poritz. © Lisa Maria Krause

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