Freundschaften dank Aufzucht

Belkau: Letzter Jungstorch verstorben

Der Belkauer Jungstorch mit seinen Eltern im Nest.
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Dieses Drohnenfoto zeigt den letzten Jungstorch noch lebend im Belkauer Nest. Inzwischen gibt es keine Jungvögel mehr, wie Brigitte Vohse, auf deren Hof das Nest steht, berichtet. Die Hoffnung liege auf dem kommenden Jahr.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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„Ich habe traurige Nachrichten“, beginnt Brigitte Vohse gleich das Gespräch mit der AZ. Aus vier Eiern seien nur zwei Küken geschlüpft. Schon nach einer Woche verstarb einer der Jungstörche im Nest auf dem Hof von Familie Vohse in Belkau. Nun kam es zum Totalausfall: Auch der letzte Jungstorch verstarb kürzlich.

Belkau - „Wir sind alle sehr traurig. Die ganzen Jahre haben wir das noch nie gehabt“, berichtet die Rentnerin. Die letzten Tage sei es bereits zu beobachten gewesen, wie die Elternvögel nicht fütterten. Vohse vermutet das Wetter als Todesursache. Der Storch sei vor starkem Regen nicht genug geschützt gewesen. „Vielleicht liegt es auch an der Störchin. Sie wirkt noch sehr jung“, mutmaßt sie. Nun hoffe die Familie darauf, dass es im kommenden Jahr anders aussieht.

„Der Schlupf war circa Ende Mai oder Anfang Juni. Da die Kamera defekt ist, hat mein Schwiegersohn mit der Drohne nachgesehen.“ Zu der Zeit saßen zwei Jungstörche im Nest, die anderen zwei Eier seien wohl faul gewesen. Ein Nest auf dem Hof hat die Familie schon seit 1995, seit 2005 auch regelmäßig mit Besuch.

Brigitte Vohse zog einen heruntergefallenen Jungstorch 2008 selbst auf, der sich 2014 in Niegripp wiederfand.

Wie im März berichtet, sind für Vohse herausgefallene oder -geschubste Jungstörche nichts Neues. Zweimal hat die Familie sie selbstständig aufgezogen. „Wenn die Nahrung nicht ausreicht und sie ihre Jungen nicht ernähren können, werfen die Eltern sie aus dem Nest.“ Aber auch junge Störche, die kein eigenes Nest haben, würden vagabundieren, andere Nester zerstören und den Nachwuchs töten. Die toten Vögel würden dann aus dem Nest geworfen.

Sich um herabgestürzte Jungstörche zu kümmern, hat auch einen schönen Nebeneffekt. Denn dank dem eigenen Nest hat die Belkauer Familie auch schon Freundschaften mit anderen Storchenliebhabern geschlossen. „2008 haben wir einen Jungstorch per Hand aufgezogen“, erzählt Vohse der AZ. „2014 haben wir unseren Jungstorch in Niegripp wiedergefunden.“ Ihr Mann habe extra die Lupe geholt.

Siegfried Knopp (l.) aus Niegripp freundete sich über das geteilte Storchenglück mit Günter Vohse an.

Denn eine Zeitung hatte den Vogel abgedruckt und Günter Vohse hatte die selbst gemachte Beringung wiedererkannt. Daraus resultierte eine jahrelange Freundschaft mit Siegfried Knopp aus dem Jerichower Land, auf dessen Hof sich das Nest des Jungstorches befand.

Zur eigenen Aufzucht zieht Vohse dieses Fazit: „Es lohnt sich immer.“

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