Kein Wolfsriss Ende 2018 / Landesamt: Streuner treibt Schafe in Tod

DNA belegt: Hund im Blutrausch

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Ein Hund zeigt Zähne. Streunende Hunde können in Wald und Flur Schaden anrichten. 

Bismark – Die Attacke eines Wolfes Ende vergangenen Jahres in der Einheitsgemeinde Bismark hat es nicht gegeben. Ein Hund hat demnach zwei Schafe getötet.

Drei weitere Tiere sind vermutlich auf der Flucht vor dem Angreifer in ein Wasserloch gelaufen, kamen dort allein nicht mehr heraus und ertranken.

Die fünf toten Schafe gehen nicht auf das Konto von Isegrim. Das hätte die Analyse der vor Ort gefundenen DNA ergeben, teilt Ines Wahl, Sprecherin des Landesamtes für Umweltschutz in Halle, auf AZ-Anfrage mit. Der Fall war der Behörde am 6. Dezember gemeldet worden. Die Riss-Statistik ist bereits aktualisiert.

Was bleibt, sind zwei bekannt gewordene Risse von Nutztieren in der Einheitsgemeinde, bei denen Wölfe als Angreifer zumindest nicht ausgeschlossen werden können. Ende April und Anfang Mai wurde dem Landesamt jeweils von einem gerissenen Kalb berichtet.

Unterm Strich ist von 170 toten Nutztieren in Sachsen-Anhalt die Rede, die auf das Konto des Wolfes gehen. Bei weiteren 42 sollen Hunde im Spiel gewesen sein oder es gibt andere Ursachen oder es ist schlichtweg nicht ermittelbar, wie es in solchen Fällen heißt. Einige der gut 90 aufgelisteten Attacken 2018 sind noch nicht abschließend untersucht.

Der Wolf geht um in Sachsen-Anhalt und der Altmark. Das Raubtier ist auf dem Vormarsch, zumindest lässt die aktuelle Monitoring-Bilanz (die AZ berichtete) diesen Schluss zu. Doch Schäfer und andere Nutztierhalter dürften freilaufende oder gar verwilderte Hunde in ähnlicher Weise fürchten.

Die Jägerschaft Stendal und auch der Naturschutzbund Nabu weisen immer wieder einmal auf die Gefahren streunender Hunde hin. Ein ausreichend großer Hund, mit dem der Jagdtrieb durchgeht, könne durchaus sogar ein Reh reißen, heißt es auch auf einschlägigen Seiten im Internet.

In ganz Sachsen-Anhalt sollen wieder mindestens 92 Wölfe und 14 Rudel leben. Keine Frage: Isegrim ist angekommen, auch in der Altmark. So streift er durch den Zichtauer und Klötzer Forst, die Colbitz-Letzlinger Heide und wird auch in der Altmärkischen Höhe vermutet. In der Einheitsgemeinde Bismark soll er zumindest regelmäßig Spuren hinterlassen.

Bereits viel zu viele für Annegret Schwarz. Die Bürgermeisterin gehört zu den größten Kritikern der aktuellen Wolfspolitik (die AZ berichtete). Dafür hat die Christdemokratin in den letzten Wochen viel Kritik einstecken müssen, aber auch Unterstützung erfahren.

VON MARCO HERTZFELD

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