Backsteingemäuer stark einsturzgefährdet / 20.000 Euro für Neubau / Niedrigere Begrenzung gewünscht

Baustopp für Könnigdes Kirchenmauer

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Könnigdes Ortsbürgermeisterin Elke Freivogel  und Vize-Ortschef Michael Raue bekamen am vergangenen Freitag 500 Euro vom Heimatvereinsvorsitzenden Harald Schulze überreicht.

Könnigde. Die Kirchenmauer in der Ortschaft Könnigde war stark einsturzgefährdet (AZ berichtete). Große Risse wurden auf dem Gemäuer sichtbar, nicht zuletzt durch Salz und Fäulnis, das sich in den Ziegeln ausbreitete.

„Der Einsturz hätte jeder Zeit passieren können und die Mauerfragmente wären auf dem Gehweg gelandet“, erklärt Könnigdes stellvertretender Bürgermeister Michael Raue gegenüber der AZ.

Um dem entgegenzuwirken „haben wir als Kirchengemeinde uns vorgenommen die Gefahr im Verzug zu erkennen und die Mauer rechtzeitig zu sanieren“, so Raue. Bei einem Arbeitseinsatz im vergangenen Oktober, an dem sich fast die gesamte Ortschaft beteiligt hatte, wurde der vordere Teil der Kirchenmauer am Gehweg in „mühevoller Handarbeit“, wie der Vize-Ortschef berichtet, abgetragen, um eine neue zu errichten.

20.000 Euro werden für den Neubau des vorderen Mauerteils benötigt. Das Geld hat die kleine Gemeinde nun. Es setzt sich aus privaten Spenden, einer Spende der Volks- und Raiffeisen-Stiftung, Geld aus dem Strukturfonds und dem laufenden Haushalt der Kirchengemeinde sowie einer Zuwendung vom Landesverwaltungsamt zusammen.

Nachdem nun die hohe Mauer bis zum Fundament abgetragen wurde, stellten die Einwohner und ihre Ortsbürgermeister Elke Freivogel und Michael Raue fest, wie schön die Dorfkirche ohne die Mauer zum Vorschein kommt. Viel freundlicher wirke das Dorfbild dadurch, so der Vize-Ortschef. Und weil alle von dem neuen Anblick positiv überrascht waren, kam die Idee auf bei der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Stendal einen Antrag zu stellen und zu fragen, ob die Mauer niedriger (rund 1,35 Meter hoch) gebaut werden könne.

Bei einem Vor-Ort-Termin am vergangenen Donnerstag kamen Könnigdes Ortsbürgermeister, Marco Dittwe vom Kreiskirchenamt Stendal und Christoph Schorlemmer von der Unteren Denkmalschutzbehörde zusammen, um über das Vorhaben zu sprechen. Der Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde zeigte sich weniger erfreut. Schließlich machte Vize-Ortsbürgermeister Michael Raue den Vorschlag, der Mauer eine Abstufung zu verpassen.

Erneut wurde ein Antrag gestellt und ein Planer beauftragt eine Zeichnung anzufertigen. Könnigdes Heimatverein erklärte sich bereit 500 Euro zu spenden, damit die Kosten für den Planer gedeckt sind. Am Freitag überreichte Vereinsvorsitzende Harald Schulze die Summe. Nun wird abgewartet, wie es mit dem Mauerbau weitergeht. Der ist vorerst lahmgelegt.

Von Marilena Berlan

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