Ortsumfahrt fehlt die treibende Kraft

Bahnübergang ade: Landkreis sieht das Land bei Kläden ohne rechten Willen

Geschlossene Schranken bei Kläden wird es nach dem Bahnausbau deutlich häufiger geben. Landkreis und Kommune wünschen sich eine andere Straßenführung.
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Geschlossene Schranken bei Kläden wird es nach dem Bahnausbau deutlich häufiger geben. Landkreis und Kommune wünschen sich eine andere Straßenführung.

Kläden – „Eine mögliche Ortsumgehung im Zuge der L  15, die alle drei Problempunkte lösen könnte, läge in der Zuständigkeit des Landes."

Doch entsprechende Signale aus Magdeburg gebe es nach wie vor nicht, lässt Kreissprecherin Angela Vogel nach Rücksprache mit dem Fachamt wissen.

„Nach derzeitigem Stand wird eine Planung für eine derartige Ortsumgehung für das gesamte Kläden durch das Land Sachsen-Anhalt nicht verfolgt. “ Der Landkreis selbst treibt kein eigenes Projekt voran. Die Federführung für den Ausbau der Bahnstrecke und die möglichen Folgen für die drei Bahnübergänge liege bei der Deutschen Bahn. Diese Bahnübergänge sind die drei besagten Problempunkte.

„Vorteilhaft wäre eine Ortsumgehung für die Landesstraße, also den übergeordneten Verkehr, aus Sicht des Landkreises tatsächlich.“ Die Fahrzeit von Stendal nach Bismark würde dadurch spürbar verkürzt. Bahnübergänge fielen weg. „Die Vermeidung beschrankter Bahnübergänge ist eines der wichtigsten Anliegen des Landkreises.“ Nach dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke werde es zu mehr als einer Verdoppelung der Zugdichte kommen, erinnert Vogel gegenüber der AZ. „Das würde auch zu erheblich höheren Schließzeiten von Schrankenanlagen führen. Dies hätte dann spürbare Auswirkungen auf die Einhaltung von Rettungsfristen.“ All das ist schon länger bekannt und rumort.

Die Einheitsgemeinde Bismark will das bekanntlich nicht so hinnehmen und sucht im Schulterschluss mit dem Landkreis die richtigen Stellschrauben nicht zuletzt bei Land und Bahn. „Allen klarzumachen, dass wir eine Ortsumfahrung für Kläden brauchen, ist unsere nächste große Hausaufgabe“, hatte Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) der AZ Mitte Juni gesagt. Über den Sommer bis in den Herbst hinein müssten die Weichen in dieser Sache gestellt sein. Die Zeit sitzt den Befürwortern einer Ortsumfahrt im Nacken. Die Bahn baut die Strecke Uelzen – Stendal aus, der Abschnitt Hohenwulsch bis Stendal wird derzeit geplant, die Arbeiter haben dann aller Voraussicht nach von 2025 bis 2028 ihr Tun.

Noch wird geprüft und gerechnet, Varianten werden verglichen und gewichtet, weitere Planungen erwogen oder gleich wieder verworfen. Im Bereich Kläden sind bei drei Bahnübergängen drei sogenannte Straßenbaulastträger betroffen. Für die Ortsdurchfahrt im Zuge der L  15 ist das Land zuständig, für die K  1053 in Richtung Grassau der Landkreis, für die Straße Am Bahnhof / Bülitzer Weg die Einheitsgemeinde. Der Bahn-Konzern habe in einem Termin mit den beteiligten Straßenbaulastträgern Varianten für die drei Kreuzungen der Bahn mit den Straßen vorgestellt, weiß die Kreissprecherin in Stendal. Für Problempunkt eins, die Landesstraße  15, werde momentan eine Brücke favorisiert.

Für die K  1053 Richtung Grassau, Problempunkt zwei, werden demnach drei Varianten untersucht: Ausbau des Bahnübergangs, er bliebe also erhalten; Fußgängertunnel mit Anschluss der Kreisstraße an das vorhandene Straßennetz, der Bahnübergang fiele weg; Straßentunnel, die Straße würde unter den Gleisen hindurchgeführt, eine teure Variante. Für die Gemeindestraße Bülitzer Weg gibt es derzeit zwei Varianten: Ausbau des Bahnübergangs oder Bau einer Brücke für die Gemeindestraße über die Schienen. Der große Wurf für alle Problempunkte, wie es im Stendaler Fachamt heißt, wäre das aus Sicht von Einheitsgemeinde und Landkreis nicht. Was denn eine Ortsumfahrt so kosten würde, dazu gibt es von Vogel keine Zahl. VON MARCO HERTZFELD  

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