Jubiläumsauflage durch Tangermünde umkämpft

Bismark will rundes Altmärkisches Heimatfest 2023

Vor einem Trafo mit Bismarker Wappen liegt ein größerer Erdhaufen.
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Damit Bismark als Sieger im Zweikampf hervorgeht, muss noch einiges weggeräumt werden.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Bismark bewirbt sich um das Altmärkische Heimatfest 2023. Da es die 20. Auflage ist, hat es für die Stadt noch einmal besonderen Wert. Es gibt allerdings auch beachtliche Konkurrenz, die Kaiserstadt Tangermünde.

Bismark – „Warum wir das machen wollen?“ Annegret Schwarz wiederholt die Frage, als ob sie diese nicht verstanden hätte. „Weil wir es können“, schiebt die Bürgermeisterin gleich hinterher. Bei der Bewerbung der Einheitsgemeinde Bismark um das 20. Altmärkische Heimatfest im Jahr 2023 rechnet sich die CDU-Frau gute Chancen aus. Dabei gibt es ausgerechnet oder gerade wegen der Jubiläumsauflage zwei Bewerber. Tangermünde, die Touristenstadt in der Altmark schlechthin, hat, wie kürzlich schon einmal vermeldet, seinen Hut ebenfalls offiziell in den Ring geworfen. Der Stendaler Kreistag bekommt die Unterlagen für den 7. Oktober auf den Tisch. Wer das Rennen macht, scheint einigermaßen offen. Im Januar 2020 hatte Schwarz in einem AZ-Gespräch schon mit einer Bewerbung geliebäugelt. Bismarks Konkurrenz von der Elbe für 2023 hat die Großveranstaltung der Region noch nie ausgerichtet.

Tangermünde will Zuschlag ebenfalls

Das Stelldichein der beiden altmärkischen Landkreise findet seit 1991 statt, inzwischen alle zwei Jahre, abwechselnd mal hier, mal dort. „Das 20. Heimatfest ist noch einmal etwas ganz Besonderes“, glaubt die Bürgermeisterin. Und bitte: „Unsere Einheitsgemeinde liegt mitten in der Region, im Herzen der Altmark.“ Der Landkreis Stendal hatte interessierten Kommunen in seinem Aufruf bis Mitte August für eine erste Rückmeldung Zeit gelassen. Schwarz schrieb elektronische Post und holte möglichst viele Stadtratsmitglieder an einen Tisch, durchaus eine Herausforderung in den Ferienwochen. „Aber ich wollte es einfach nicht allein entscheiden.“ Schnell sei auch deutlich geworden: „Wenn wir es machen wollen, dann in der Ortschaft Bismark.“ Der größten der insgesamt 20 Ortschaften.

Kreistag entscheidet Anfang Oktober

Die Einheitsgemeinde Tangermünde möchte für 2023 ihr traditionsreiches Burgfest mit dem Heimatfest kombinieren. Entsprechend können Politik und Verwaltung der Kaiserstadt an der Elbe auch schon mit einem konkreten Datum aufwarten, vom 8. bis 10. September soll das Ganze über die Bühne gehen. Ein Motto haben die Tangermünder auch schon parat, es lautet: „Die Altmark – Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Die schönste Kleinstadt Deutschlands lädt zum Altmärkischen Heimat- und Burgfest ein.“ Wer es nicht weiß: Tangermünde wurde 2019 bei einer Abstimmung über ein Tourismusportal im Internet zur schönsten Kleinstadt der Republik gekürt. Mit den Bewerbungsunterlagen beider Kommunen befasst sich vor dem Kreistag zuletzt noch dessen Kulturausschuss.

Ortschaft Bismark soll es ausrichten

Mit einem Datum für den Fall, dass Bismark das Rennen macht, hält sich Stadtoberhaupt Schwarz im Gespräch mit der AZ noch zurück. Bismarks Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) scheint auch für die Öffentlichkeit gedanklich schon einen Schritt weiter und hält den August für die geeignete Zeit. Der Grund: „Das alljährliche Vereins- und Stadtfest könnte oder müsste gar in das Altmärkische Heimatfest integriert werden.“ So oder so, ein Stelldichein dieser Größe sollte der gesamten Einheitsgemeinde guttun, ist die Genossin überzeugt. „Es würde eine Gegend ins Licht rücken, die gerade im Tourismus noch zurückhängt.“ Dass Bismark schon einmal Mitte der 1990er-Jahre Ausrichter gewesen sei, daran erinnerte kürzlich Norbert Lazay vom Altmärkischen Heimatbund in der AZ.

Genau diese Dachorganisation für Vereine und Einzelmitglieder ist es auch, die neben dem Altmarkkreis Salzwedel und dem Landkreis Stendal den jeweiligen Ausrichter der Großveranstaltung berät und begleitet. Das 19. Heimatfest findet bekanntlich in wenigen Tagen am 18. und 19. September im westaltmärkischen Gardelegen statt. Bismarks Bürgermeisterin Schwarz will sich bereits umgehört haben, frühere Ausrichter wie beispielsweise Osterburg mit Walsleben hätten zwischen 5000 und 6000 Euro Eigenmittel aufgebracht, dazu gebe es Förderung vom Land und die Unterstützung der zwei Landkreise. „Und natürlich habe ich auch meine Mitarbeiter im Rathaus gefragt, ob wir ein solches Fest denn überhaupt stemmen könnten. Die Antwort: ,Wir packen das!’“

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