Nach zehn Monaten stehen Fahrgäste bei Bismark nicht mehr im Regen

Abgefackelte Bushaltestelle in Döllnitz ersetzt

Ein Bus fährt an der neuen Haltestelle in Döllnitz bei Bismark vorbei.
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Einfach und funktional ist auch das neue Wartehäuschen. Geld kosten solche Unterstände natürlich dennoch. Fast 6000 Euro muss die Einheitsgemeinde Bismark hinblättern.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Eine Bushaltestelle gegenüber dem China-Restaurant in Döllnitz war in Flammen aufgegangen. Die Polizei schloss Fremdenfeindlichkeit sofort aus, Brandstiftung nicht. Nach zehn Monaten müssen Fahrgäste in dem Bismarker Ortsteil nun nicht mehr bei Wind und Wetter ungeschützt stehen.

  • Stadt Bismark verurteilt Zerstörungswut
  • Einwohner plädieren wieder für Holzmodell
  • Ersatzt hat Zeit gebraucht

Döllnitz – Knapp zehn Monate hat man Döllnitz im Regen stehen lassen, eine neue Haltestelle ließ auf sich warten. Ende April vergangenen Jahres war der Busstopp gegenüber dem China-Restaurant in dem Bismarker Ortsteil abgebrannt. Spekulationen, dass die Flammen einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnten, wies die Polizei schnell zurück. Allerdings sollen Brandstifter durchaus am Werk gewesen sein. Nun hat die Einheitsgemeinde eine neue Wartehalle gekauft und aufstellen lassen. Die Konstruktion besteht vor allem aus Holz.

Polizei: Fremdenfeinde nicht am Werk

Nur noch verkohlte Reste waren Ende April von der Wartehalle in Döllnitz übrig geblieben. Dass die Flammen auf die Umgebung übergreifen, konnte verhindert werden.

Schon kurz nach dem Feuer machte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung gegenüber der AZ deutlich, dass ein Ersatz der Halle einfach auch Zeit brauche. Ruth Rothe (Linke), die Ortsbürgermeisterin in Bismark, hatte das Ganze ebenfalls auf ihrem Zettel. Dass die Haltestelle wieder zum großen Teil aus Holz sein möge, sei ein Wunsch aus der Einwohnerschaft gewesen, sagt sie dieser Tage. „Nun kann ich hinter diesem Punkt auf meiner Liste für 2021 einfach ein Häkchen machen.“ In Döllnitz leben an die 100 Menschen.

Bürgermeisterin Schwarz: Brandstiftung kostet Steuermittel aller

Wie viele Leute dort regelmäßig ein- und aussteigen, kann die Kommunalpolitikerin auf die Schnelle nicht sagen. Die Haltestelle steht an der Hauptstraße. Das Restaurant einer chinesischen Familie gilt als durchaus beliebt und zieht auch Gäste von weit außerhalb an, momentan schränkt Corona auch dort vieles ein. Dass auch in Döllnitz das Auto vorherrschen dürfte, sei nebensächlich, findet Rothe. Zu einem gut aufgestellten öffentlichen Personennahverkehr gehörten nun einmal auch Haltestellen, und fürs Ortsbild sei sie auch interessant.

Häuschen besteht wieder aus Holz

Aus welchem Material der Unterstand sein sollte, war nicht von Beginn an klar. Im Gespräch war auch ein Modell in Stahlbauweise. Der Auftrag für eine neue Halle sei Anfang Oktober erteilt worden, lässt Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) nach Rücksprache mit dem Fachamt wissen. Etwa 5900 Euro hat sie gekostet, für ein Modell aus mehr Metall hätte durchaus gut das doppelte bezahlt werden müssen. Arbeiter haben die Wartehalle, die gerade bei Schnee und Regen für Fahrgäste wichtig ist, Anfang Februar montiert.

Die Wände bestehen aus massiven Fichtenblockbohlen. Das Satteldach ist mit Bitumenpappe eingedeckt, verzinktes Blech dient als Tropfkante. Wer sich noch für die genauen Maße interessiert: Die Grundfläche der Wartehalle misst eineinhalb mal drei Meter, die Wände sind sechs Zentimeter dick. Der Hersteller hat die Halle farblos grundiert. Die Brandfläche ist verschwunden, die Halle steht quasi genau dort, wo sich die alte befand. Schwarz hatte sich schon im Sommer über Vandalismus verärgert gezeigt. Es gehe in solchen Fällen schließlich auch immer um Steuergeld.

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