Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen diskutiert / Kein generelles Verbot möglich

„1000 Meter als hartes Kriterium“

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Bismark. Es geht nur um ein paar Meter, aber die sind entscheidend. Im vorliegenden Fall entscheiden sie über die Lebensqualität in der Einheitsgemeinde Stadt Bismark, wenn es nach den Mitgliedern des Hauptausschusses geht.

In der Gemarkungsfläche der Stadt Bismark kommen 2,8 Prozent des Stadtgebietes für eine Nutzung durch Windkraftanlagen infrage. Eine Vielzahl der Anlagen steht auch schon in einzelnen Windparks.

Entscheidend ist im Falle der zukünftigen Windräder die Höhe. Im Teilflächennutzungsplan „Wind“ der Stadt Bismark sollen nun für künftige Windkraftanlagen 120 Meter Nabenhöhe und 180 Meter Gesamthöhe festgesetzt werden. Ein Antrag, die Nabenhöhe auf 100 Meter zu begrenzen, fand im Hauptausschuss keine Mehrheit. „Windrad ist Windrad, egal wie hoch“, war hier der abschließende Tenor. Der Teilflächennutzungsplan ist aber notwendig, sonst hätte die Einheitsgemeinde überhaupt keine Möglichkeiten, bei Bauvorhaben mitzuentscheiden.

Nach der Höhe widmete die Diskussion sich dem Mindestabstand zu Wohngebieten. „Im Windpark Schinne/Grassau wurden die Mindestabstände zu Wohngebieten eingehalten“, sagte der Betreiber Diethart Henning gegenüber der Altmark-Zeitung. Rechtlich zulässig sind Abstände zu Wohngebieten von 500 Metern und zu Waldgebieten von 200 Metern. 500 Meter sind dabei ein hartes Kriterium. Der Abstand darf nicht unterschritten werden. Der Bereich von 500 bis 1000 Meter gilt als weiches Kriterium. In Fällen, wo Schallemissionen zu hoch sind, muss die Anlage weiter weg als 500 Meter.

Alles zu wenig, wie die Mehrzahl der Mitglieder des Hauptausschusses fand. Bausachgebietsleiter Erik Dähne dazu: „Wir wollen 1000 Meter als hartes Kriterium.“ Handeln muss Bismark in jedem Fall. „Die Flächen sind im Regionalplan ausgewiesen und die Vorhaben somit zu genehmigen“, erklärte er, dass es nicht um ein generelles Verbot geht. Windräder, wie in Garlipp, hätten unter Umständen verhindert werden können, wenn es früher einen Beschluss gegeben hätte.

Aber auch eine Höhenbegrenzung mache keinen Sinn, war vereinzelt aus dem Gremium zu hören, da sich die Technik weiterentwickelt. Der Faktor Höhe ist mit Blick auf Windräder auf jeden Fall der richtige Ansatzpunkt, denn je kleiner die Anlagen, desto schneller müssten sich die Rotoren drehen und entsprechend größer wäre die Lärmbelästigung, erklärte Diethart Henning. Nach seinem Urteil sollte, wenn möglich, so hoch wie möglich gebaut werden. Dann seien die Räder am effektivsten und man komme auch mit einer kleineren Anzahl hin. „Niemand hat etwas davon, wenn die Landschaft mit kleinen Windrädern zugebaut ist, die aber nicht effektiv sind“, lautet sein Fazit.

Das Verhältnis zu den Bürgern in Schinne und Grassau sei überwiegend entspannt und positiv, sagte Henning noch. Dazu bei trägt zum Beispiel die sogenannte Schattenabschaltung. Sobald der Schatten eines Rotorblatts auf das Grundstück eines Anliegers fällt, registrieren Sensoren dies und schalten die Anlage ab. Weiter profitiere die Gemeinde auch finanziell, denn sie ist an den Gewinnen beteiligt. So werden beispielsweise Vereine, die Feuerwehr und die Kirche in Schinne finanziell unterstützt. Auch das sorgt zusätzlich für Akzeptanz.

Von Christoph Boßmeyer

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