1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Kleine Brummer im Rampenlicht

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Eine Imkerin erklärt Zuschauern aller Altersstufen die Waben in einem Bienenstock.
Angelika Auer (r.) aus Winkelstedt erklärt im Bienenwagen, wie die fleißigen Insekten Pollennektar zu leckerem Honig werden lassen. © Kai Zuber

Etwa 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung insbesondere durch Bienen abhängig. Schon die alten altmärkischen Imker, dies waren meist Schulmeister, Mönche und Pastoren oder Apotheker, wussten: Wo der Honig fließt, da ist der Wohlstand zu Hause. Und mit den Bienen blüht nicht nur das Leben, sondern auch die Gesundheit auf.

Mehrere Menschen lassen sich im Schaugarten eines Freilichtmuseums historische Bienenstöcke erklären.
Im neu gestalteten Pfarrgarten des Museums steht das historische Imkerhaus aus Jübar-Hanum aus den 1930er Jahren, welches der Beetzendorfer Verein mit betreut. © Kai Zuber

Diesdorf/Beetzendorf – Ganz in diesem Sinne ging am Sonntag im Diesdorfer Freilichtmuseum der Tag der Imkerei über die Bühne. Hier hatten die Mitglieder des Beetzendorfer Imkervereins „Eintracht“ 1886 sowie der Imkerverband Sachsen-Anhalt ausreichend Gelegenheit, sich vorzustellen und Imkernachwuchs zu werben. Flüssiger Honig zum Abfüllen, jede Menge Anschauungsmaterial, historische Bienenkörbe aus der Heideimkerei und auch eine Bienenwabe samt Königin unter Glas – alles das konnten sich die Gäste im Diesdorfer Freilichtmuseum ansehen. Imkerin Angelika Auer aus Winkelstedt zeigte im Bienenwagen und im historischen Imkerhaus, wie der Honig entsteht. „Wir haben mehrere verschiedene Honigsorten zum Probieren hier. Außerdem gibt es Honigbrause und auch fruchtige alkoholische Honiggetränke“, erklärt Jungimkerin Andrea Grieskamp vom Verein „Eintracht“. Die Besucher staunten, was aus Honig, Wachs und anderen „Bienen-Nebenprodukten“ so alles hergestellt werden kann. Egal, ob Hals- oder Kopfschmerzen, offene Wunden, Insektenstiche oder Hautkrankheiten: Die Bienenvölker haben für alle diese Leiden ein spezielles Wundermittel parat. Es ist das Bienenkittharz, ein hundertprozentiges Ökoprodukt mit nahezu magischer Wirkung gegen Keime und Viren. Der Stoff wird in Fachkreisen Propolis genannt. Darauf schwören auch die Mitglieder des Imkervereins „Eintracht 1886 aus Beetzendorf und Umgebung“. Neben Vorführungen zum Schleudern von Honig konnten die zahlreichen Gäste sehen, wie Bienen Schwärme bilden, wie in Windeseile Waben gebaut werden, wie Siebkästen und Pollenfallen aussehen und wozu sie dienen. Zum Imkertag wartete das Museum mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm auf.

Auch interessant

Kommentare