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Abschied mit allen Schikanen

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Von: Kai Zuber

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Zwei ältere Rettungsschwimmerinnen stehen neben einem Schwimmbecken und schauen in die Kamera.
Rettungsschwimmerin Renate Hallensleben, hier mit Monika Gille (l.) von der Wasserwacht Klötze, bekamen in den vergangenen Tagen sehr viele Sympathiebekundungen für ihre Arbeit im Beetzendorfer Stölpenbad. © Kai Zuber

„Solch einen unwürdigen Abschied haben Frank und Renate Hallensleben nicht verdient“, sagen die Stammgäste Christiane und Wolfgang Treichel. Das gekündigte Beetzendorfer Rettungsschwimmer-Paar erntet nach der Berichterstattung in der AZ aktuell sehr viel Zuspruch bei den Dauerschwimmern des Stölpenbades. Die Stammgäste wollen den beiden nun am Freitag den Abschied zum Saisonende versüßen und egal wie das Wetter auch wird, so zahlreich wie möglich erscheinen, um Adieu zu sagen.

Eine Warnweste mit einer handgeschriebenen Protestnote hängt über einem Fahrradsattel.
So bunt kann Protest sein: Mit dieser Sicherheitsweste protestieren die Stammgäste gegen die Kündigung. © Kai Zuber

Beetzendorf – Doch vorher lässt Christiane Treichel noch einmal ihrem Unmut freien Lauf, über die Art und Weise, wie die Entscheidungsträger in der Kommune mit Frank und Renate Hallensleben in den kommenden Monaten umgegangen sind und nun „schmutzige Wäsche gewaschen wird“. „Ich spreche da für sehr, sehr viele Dauerschwimmer, die immer mit der Rundumbetreuung des Paares im Stölpenbad sehr zufrieden waren. Das, was nun an haltloser Kritik in der Zeitung stand, ist doch komplett an den Haaren herbeigezogen“, meint die Ristedterin Christiane Treichel. Dass Rettungsschwimmer für Respekt, Ordnung und Regeln sorgen müssen, sei für die Sicherheit aller Badegäste unerlässlich. Die Stachel von einer Distel zu entfernen, sei Sache eines Mediziners, denn die Stelle im Fuß eines Kindes könne sich bei Kontakt mit Chlorwasser entzünden, meint Treichel, die von Kindheit an in Beetzendorf schwimmt. Beinahe täglich. Auch Diesdorfs Schwimmmeister Lutz Helmholz hat in den Medien die Sache verfolgt und unterstützt die Beetzendorfer Rettungsschwimmer: „Das ist doch alles albern. Wer unbedingt etwas finden will, der findet immer was“, kommentierte er das Geschehen im Stölpenbad.

Auf einem Zettel fordern zahlreiche Unterzeichner die Rücknahme einer Kündigung für ein Schwimmmeister-Ehepaar.
Rund 200 Unterschriften kamen zusammen, um Renate und Frank zu halten – vergeblich. © Kai Zuber

Auch Stammgast Sabine Neubauer aus Beetzendorf war mit dem Rettungsschwimmer-Ehepaar immer zufrieden: „Der Service war spitze und die schwierige Corona-Zeit haben die beiden auch sehr gut gemeistert“, sagt sie. Neubauer führt übrigens die Unterschriftenlisten an, die mittlerweile rund 200 Sympathie-Bekundungen für die Hallenslebens gebracht hat. Frank Hallensleben fühlt sich nach den jüngst erhobenen Anschuldigungen (wir berichteten) in seiner Berufsehre verletzt und erwägt nun die Einleitung rechtlicher Schritte gegen den Urheber der Äußerungen – mit Rückendeckung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Acht Jahre lang war er im Bad für die Ordnung und Sicherheit verantwortlich, seine Frau Renate fünf Jahre. Über drei Jahre lief zudem der Imbiss unter ihrer Regie. „Solch einen Abgang haben Frank und Renate weiß Gott nicht verdient. Die Stimmung unter den Stammgästen ist daher aktuell schlecht, und wir wissen nicht, ob es im nächsten Jahr besser wird“, so die Dauerschwimmer.

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