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Advent auf dem alten Dahrendorfer Grenzturm

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Von: Kai Zuber

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Auf dem Dach eines Grenzturms an der ehemaligen innerdeutschen Grenze leichtet ein Weihnachtsbaum.
Der Turm mit dem Weihnachtsbaum. Bereits zum fünften Mal gibt es diese Adventstradition nun in Folge. © Kai Zuber

Diverse Einbruchsversuche, Tiefflüge, Hubschrauber-Lasten-Absetzübungen mit Punktlandungen der Bundeswehr – alles das hat der Dahrendorfer Grenzturmbesitzer Rainer Axmann in den vergangenen Jahren über sich und sein liebstes Hobby ergehen lassen. Doch der gebürtige Gifhorner und Neu-Altmärker mit Herzblut gibt nicht auf, sein Projekt am „Grünen Band“ weiter voranzutreiben. „Jetzt hab ich mir auch originale Pläne der Grenztruppen und der Bau-Pioniere aus der DDR-Zeit für die Grenztürme besorgt.

Ein Mann mittleren Alters steht auf dem Dach eines alten Grenzturm neben einem beleuchteten Weihnachtsbaum.
Rainer Axmann in luftiger Höhe: 2023 geht die Sanierung des historischen Grenzturms weiter. © Kai Zuber

Dahrendorf – Sie zeigen, wie nach der damaligen DDR-Norm, also der so genannten TGL, die Türme standardisiert in Serie gebaut wurden“, erklärt Axmann. Insgesamt sind in der Region vier der ehemaligen Grenzwachtürme aus Stahlbeton-Fertigelementen bis heute erhalten geblieben. Sie sind stumme Zeugen der Vergangenheit. Zuerst hat es an der innerdeutschen Grenze die bekannten Rundtürme zu Aufklärung und Überwachung gegeben. Die waren aber extrem windanfällig und viele der elf Meter hohen Ungetüme fielen bei Sturm einfach um. Später entwickelte das Grenzregime dann die neun Meter hohen Aufklärungstürme und die sechs bis acht Meter hohen Führungsstellen mit quadratischem Grundriss. Von den insgesamt einst 434 Türmen an der 1393 Kilometer langen innerdeutschen Grenze stehen heute nur noch wenige. Bis zum Fall der Mauer sorgten etwa 30 000 Grenzsoldaten, 870 Kilometer Grenzzaun, 440 Kilometer Selbstschussanlagen vom Typ „SM-70“, 602 Kilometer Kfz-Sperrgräben sowie 230 Kilometer Minenfelder vom Typ 66 für einen nahezu undurchdringlichen „Eisernen Vorhang“ zwischen der BRD und der DDR.

Und auch noch eine Advents-Premiere der besonderen Art gibt es in Dahrendorf: Weihnachten auf dem historischen DDR-Grenzturm. Bereits zum fünften Mal in Folge leuchtet in Dahrendorf ein Christbaum auf dem Dach. Pünktlich jeden Nachmittag schaltet sich der Timer automatisch ein und die Lichterkette des Weihnachtsbaumes beginnt hoch über dem Ort zu leuchten. Dafür hat Rainer Axmann als neuer Eigentümer des Turmes gesorgt. Der Christbaum selbst ist an dem alten Geländer des Grenzturmes montiert. 2023 sollen die Sanierungsarbeiten an dem historischen Grenzturm weiter gehen, erfuhr die AZ vom Eigentümer noch.

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