Landrat Ziche verteidigt Regionalmarketing

Zugewuchertes Großsteingrab bei Wötz: Vergessen, oder bewusst nicht integriert?

Das völlig zugewucherte Hünengrab am Ortsrand von Wötz: Einige Touristen würden es nicht einmal als Sehenswürdigkeit erkennen, wenn sie davor stehen.
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Das völlig zugewucherte Hünengrab am Ortsrand von Wötz: Einige Touristen würden es nicht einmal als Sehenswürdigkeit erkennen, wenn sie davor stehen.

Wötz / Kuhfelde – Warum wurde das völlig zugewucherte, aber absolut sehenswerte Großsteingrab nahe des Kuhfelder Ortsteils Wötz nicht in die Megalith-Route integriert? Diese Frage beschäftigt derzeit auch Kuhfeldes Bürgermeister Günther Serien.

Wurde das Hünengrab bei der Erstellung der Route einfach vergessen, oder wurde es bewusst nicht berücksichtigt?.

Nach dem jüngsten Artikel in der AZ über die mangelhafte Vermarktung des historischen Kleinods nur 200 Meter vom Ortskern von Wötz entfernt, meldete sich Salzwedels Landrat Michael Ziche zu Wort und verteidigte das Regionalmarketing des Altmarkkreises.

Nur Gräber bei Jübar, Diesdorf und Stöckheim erfasst

„Bekannterweise handelte es sich bei den Hünengräbern nahe Wötz nicht um Gräber, die zu dem Projekt Megalith-Route zählen. Von dem Projekt werden Hünengräber auf einem Rundkurs zwischen dem Flecken Diesdorf, Stöckheim und Jübar erfasst“, betonte Ziche.

Durch wen seinerzeit eine Beschilderung des so genannten „Künnesgrabes“ erfolgt sei, entziehe sich seiner Kenntnis.

Wohin führt die Richtung in Sachen Altmark-Tourismus? Auf diesen Schildern bei Wötz ist nichts zu erkennen.

Außerdem wurde an die Gemeinde Kuhfelde nicht die Absicht herangetragen, die Bewirtschaftung zu übernehmen, hieß es. „Zumal seitens des Bürgermeisters offen kundgetan wurde, dass die Gemeinde Kuhfelde das Thema Großsteingräber nicht berührt“, argumentierte der Landrat und zitierte diesbezüglich eine Aussage der Kommune.

„Trotzdem kann doch, unabhängig davon, unsere Sehenswürdigkeit im Ortsteil Wötz regional und überregional mit vermarktet werden“, konterte daraufhin Kuhfeldes Bürgermeister Günther Serien. Immerhin gebe es doch ein großes öffentliches Interesse an der Vermarktung der touristischen Sehenswürdigkeiten, was unabhängig von einer kommunalen Mitwirkung am neuen Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband (ART) sei, welcher mit touristischen Angeboten wie zum Beispiel der Großsteingräbertour und dem Radwegenetz wirbt.

Wie Michael Ziche weiter betonte, habe das ART die Förderung der touristischen Entwicklung, die Koordinierung und Bündelung der Aktivitäten im Tourismus, Handel, Handwerk, Industrie und anderen Dienstleitern sowie Vereinen, Verbänden und kommunalen Einrichtungen im Visier.

Touristen tangiert der Streit um Details für Vermarktung nicht

„In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Vermarktung der Megalith-Route nicht originäre Aufgabe des Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverbandes ist“, so der Landrat.

Doch Altmark-Touristen auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten tangiert der Streit um Details zur Vermarktung des Wötzer Königsgrabes überhaupt nicht. Denn sie finden das äußerst sehenswerte Grab erst gar nicht, weil es momentan fast zugewachsen ist.

Zwei Hinweisschilder aus Holz sind außerdem marode und bereits umgefallen. Auch auf keiner GPS-Karte oder bei Google ist das etwa 15 mal 40 Meter große Hünengrab mit dem deutlich sichtbaren Kammer-Eingang und dem wuchtigen Deckstein vermerkt (wir berichteten).

Die mangelhafte Vermarktung und wirtschaftliche Vernetzung der (wenigen) Altmark-Höhepunkte durch den jüngst gegründeten Touristmusverband ärgert auch den Jübarer Ratsherrn Lorenz Jäger, der in Drebenstedt eine Pension betreibt: „Ich bin derzeit, wie so viele andere auch, absolut unzufrieden mit dem neuen Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband“, sagte er der AZ.

Die Hoffnungen bei der Gründung seien groß gewesen, doch leider sei die Realität unbefriedigend, hieß es weiter.

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