Sekundarschulen sind gefährdet / Kreis erhebt gegen Landesgesetz Einspruch

Ziche sieht Dähre und Beetzendorf benachteiligt

+
Der Kreisbildungsausschuss schaute sich vor einigen Wochen im Klötzer Ausweichquartier um. Dieses ist nötig, weil das Gebäude in Beetzendorf saniert wird. Insgesamt gibt es aber Sorgen um die Zukunft der Bildungsstätte. 

Dähre / Beetzendorf. Die Beetzendorfer Sekundarschule wird ein Jahr lang saniert, danach haben Kinder und Jugendliche bessere Lernbedingungen. Eigentlich scheint alles gut zu sein, doch das ist es offenbar nicht.

Der Bestand der Bildungsstätte wird als gefährdet eingeschätzt, genauso wie die Schule in Dähre. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das am Montag, 4. Dezember, im Kreisausschuss (17 Uhr Raum Gardelegen der Kreisverwaltung) diskutiert wird.

Landrat Michael Ziche will gemeinsam mit den Kommunalpolitikern aus einem Entwurf einen Brief an das Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt erarbeiten. Konkret geht es um sogenannte Doppelstandorte bei Schulen. Im Altmarkkreis betrifft dies Dähre und Beetzendorf. Für sie muss jährlich eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Dies kann zu Problemen führen, wenn es um Fördermittel geht. Denn diese werden oftmals nur ausgezahlt, wenn ein längerer Bestand gesichert scheint. Dies lässt sich mit Ausnahmen aber schwer argumentieren.

In dem Briefentwurf wird deutlich, wo ein Kern des Problems liegt. Denn bis 2008 seien die Standorte im ländlichen Bereich in „vorbildlicher Weise“ berücksichtigt worden. Doch dann kam viel Unsicherheit in die Materie. Klare Regeln für Mehrfachstandorten im ländlichen Bereich gebe es derzeit nicht. Der Kreis als Schulträger ist also alljährlich darauf angewiesen, dass das Land einen weiteren Betrieb auch genehmigt – ansonsten könnte von heute auf morgen Schluss sein.

Unklare Verhältnisse, die letztendlich Schüler, Lehrer und Eltern belasten. Eine Lösung, beide Schulen an einem Standort zusammenzufassen, wurden immer wieder beiseitegeschoben. Das Problem: Es fehlt auf den vorhandenen Grundstücken in beiden Orten am nötigen Platz.

Michael Ziche hatte bereits 2014 auf Schwierigkeiten hingewiesen, geändert hat sich beim Land offensichtlich nichts. Während bei Einzelstandorten eine Mindestschülerzahl von 120 verankert ist, fehlen solche Aussagen bei Doppelstandorten. Es bleibt im Dunkeln, was das Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt perspektivisch mit solchen Einrichtungen vor hat.

Ähnliche Unsicherheiten gibt es in Arendsee. Dass sich diese von einer Sekundar- zur Gemeinschaftsschule weiter entwickelt hat, wird beim Bestand zum Nachteil. Statt mindestens 120 sind 180 Schüler vorgeschrieben. Große Fragezeichen stehen zudem über der Zukunft der Förderschulen in Gardelegen und Salzwedel. Der Altmarkkreis will mit dem Brief insgesamt Rechtssicherheit einfordern. Nur so könne mit Blick auf Investitionen für die Zukunft geplant sowie gearbeitet werden.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare