Festwochenende zum 850. Jubiläum des Diesdorfer Klosters und der Kirche

Zeitreise ins Mittelalter

Zeitreise ins 15. Jahrhundert: Historikerin Ingelore Fischer hat in der Darre das mittelalterliche Klosterleben anschaulich gemacht. Gezeigt werden unter anderem alte Backsteinformen. Foto: Zuber

Diesdorf. Ein ganzes Festwochenende steht den Diesdorfern und ihren Gästen anlässlich des 850. Jubiläums des Klosters und der Kirche bevor.

Im Jahre 1161 stiftete Graf Hermann von Warpke-Lüchow in Diesdorf ein Augustiner-Stift. Die Weihe der Diesdorfer Kirche folgte am 10. Dezember 1161. Zum runden Jubiläum erleben die Besucher eine spannende Zeitreise ins Mittelalter. Hauptschauplätze des Geschehens sind neben der Klosterkirche auch die Darre und die einstige Propstei des Klosters, die heutige Begegnungsstätte. Dazwischen herrscht buntes Treiben mit vielen Programmhöhepunkten (siehe Infokasten).

Auftakt des Jubiläumsprogramms ist am heutigen Donnerstag, 1. September, um 19 Uhr in der Kirche die musikalisch umrahmte Buchpräsentation „Kirchliches Leben in Diesdorf – 850 Jahre Klosterkirche“. Abtauchen ins Klosterleben, das bedeutet für die Diesdorfer Historikerin Ingelore Fischer eine faszinierende Exkursion ins Mittelalter. In der Darre, dem zweitältesten klösterlichen Wirtschaftsgebäude Sachsen-Anhalts, erinnern der Heimat- und Darre-Förderverein am Jubiläumswochenende an das Leben der Nonnen, Pröpste und Priorinnen in der Zeit von 1400 bis 1500. Dr. Gottfried Wentz schrieb im Jahre 1922 den Klassiker „Das Wirtschaftsleben des altmärkischen Klosters Diesdorf“. Der Forscher setzte damit einen Meilenstein, an den Fischer anknüpft: Im Mittelpunkt des Klosterlebens stand der Propst – der mächtigste Mann des Klosters. Er bestimmte das weltliche und geistliche Geschehen, hielt Kontakt zum Markgrafen und Landadel, schlichtete bei Streitfällen und entlohnte die Arbeiter.

Die Familie Verdemann aus Osterwohle stellte gleich fünf Diesdorfer Pröpste. 33 Dörfer aus der Region von Schmölau bis Hohengrieben und von Rockenthin bis Gladdenstedt waren dem Kloster wirtschaftlich ganz, weitere 27 teilweise untergeordnet. Die Klostervorsteherin war die Priorin. Sie kümmerte sich im Mittelalter um rund 70 Konventualinnen. Diese Nonnen waren wiederum mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen aus gehobenen Kreisen betraut.

Wer sich für das heutige Klosterleben interessiert, den wird eine Begegnung mit der Augustiner-Chorfrau Schwester Dorothea Kuld aus Essen begeistern. Sie berichtet am Sonnabend, 3. September, ab 15 Uhr beim Kaffee in der Begegnungsstätte vom Klosteralltag im 21. Jahrhundert.

Zu allen Veranstaltungen lädt die Diesdorfer Kirchengemeinde herzlich ein.

Von Kai Zuber

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