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Ungerader Sechzehnender wird bei Mellin Opfer des Straßenverkehrs

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Von: Kai Zuber

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Die Jagdpächter Hans Werner Hännig und Hans-Werner Lemme (l.) versorgten den kapitalen Rothirsch nach dem Unfall an der B 248. © Zuber, Kai

Einem Skoda Yeti wurde am Sonnabend ein Rothirsch auf der viel befahrenen Bundesstraße 248 zwischen Mellin und Brome zum Verhängnis.

Mellin / Brome – Als der kapitale Brunfthirsch morgens um 9.24 Uhr die Fahrbahn in Richtung Brome überquerte, erfasste ihn das Auto voll. Laut Polizei kamen die Insassen des Skoda aus Apenburg und waren in Richtung der niedersächsischen Landesgrenze unterwegs, als der tragische Unfall passierte. Wie durch ein Wunder wurden die Insassen bei dem Crash nicht verletzt und kamen leicht geschockt mit dem Schrecken davon. An ihrem Fahrzeug entstand jedoch erheblicher Sachschaden durch den Aufprall mit dem riesigen Tier.

Binnen kurzer Zeit wurden die zuständigen Melliner Jagdpächter informiert. Hans Werner Hännig und Hans-Werner Lemme eilten umgehend an den Unfallort, um nach dem kapitalen Rothirsch zu suchen. Doch der hatte den Zusammenprall mit dem Yeti nicht überlebt und war laut Hans Werner Hännig 80 bis 100 Schritte vom Unfallort verendet. Besonders tragisch für die Weidmänner: Der Hirsch war etwa zehn Jahre alt und eigentlich reif für einen weidgerechten Abschuss – ein so genannter „Erntehirsch“. Dass er nun auf der Straße „erlegt“ wurde, sei bitter.

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Den Sachschaden am Pkw gab die Polizei gestern mit rund 7000 Euro an. © Polizei

„Bei dem Sechzehnender war infolge des Unfalls eine Mittelsprosse abgebrochen und auch eine andere der Geweihstangen hatte eine Blessur erlitten“, berichtet Hans Werner Hännig. Er vermutet, dass zuvor Pilzsucher in dem Waldstück den Hirsch zur panischen und todbringenden Flucht über die B 248 veranlasst hätten, denn vor allem älteres und erfahrenes Rotwild passiert die Fahrbahnen normaler Weise äußerst vorsichtig.

Ein freundlicher junger Polizist aus Salzwedel habe den Unfall dann vor Ort aufgenommen, so die Jagdpächter. Dann haben beide Jäger den Hirsch weidgerecht versorgt und verwertet. Das Wildbret soll, soweit dies möglich ist, für den Verzehr als Gulasch genutzt werden.

„Leider ist die Gefahrenstelle auf der B 248 ein viel begangener Wildwechsel. Hier kommt es zwischen Mellin und Brome des öfteren zu Wildunfällen. Zum Glück ist den Insassen des Skoda beim Unfall nichts passiert. Das Ganze hätte für sie auch wesentlich schlimmer ausgehen können“, so Hans Werner Hännig.

Erfreulich für alle Verkehrsteilnehmer: In diesen Tagen geht beim heimischen Rotwild die herbstliche Brunftzeit zu Ende.

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