Volksfest im Gerätehaus: Innenminister übergibt TLF 4000 an Dährer Wehr

Wunderfahrzeug gesegnet

+
Das Interesse am neuen TLF war riesig. Die Technikbegeisterten störte selbst das miese Wetter nicht.

Dähre. Die Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF) 4000 für die Dährer Feuerwehr glich am Sonnabend einem Volksfest.

Innenminister Holger Stahlknecht: Guter Standort in Dähre.

Scheres Posaunenchor, der Gemischte Chor Dähre unter Leitung von Ursula Borrmann, sowie viele Gäste und Einwohner waren gekommen, um das Wunderfahrzeug mit 5500 Liter Wassertank in Empfang zu nehmen. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) vollzog die Übergabe persönlich. Mit dabei auch Landtagsabgeordneter Carsten Borchert (CDU), der nicht unerheblichen Anteil hatte, dass dieses moderne Vorführ-Fahrzeug nun in Dähre stationiert ist. Genau 343.279,30 Euro hat das TLF gekostet. Das Land hat mit 150.000 Euro gefördert.

Pfarrer Silvio Scholz segnete das neue Tanklöschfahrzeug.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms sieht in dem Fahrzeug eine „Investition in die Zukunft“ und lobte neben Innenminister und Landtagsabgeordneten den Altmarkkreis Salzwedel, das Bauamt der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, den Verbandsgemeinderat und den Verantwortlichen für die Feuerwehren innerhalb der VG, Winfried Arndt, für die wohl schnellste Fahrzeugbeschaffung in Sachsen-Anhalt. „Vom Fördermittelbescheid am 16. November bis zur Auslieferung am 21. Dezember 2017 hat es gerade einmal fünf Wochen gedauert“, freute sich Olms.

Im voll besetzten Dährer Gerätehaus verfolgten Feuerwehrleute und Gäste die offizielle Übergabe des neuen Wunderautos.

Innenminister Holger Stahlknecht kündigte für zukünftige Jahre ein 200-Millionen-Euro-Programm für die Feuerwehren an. Auch werde es in Sachsen-Anhalt jährlich bald einen „Tag der Feuerwehren“ geben. Eine erste Feuerwehrwerbeveranstaltung am 12. Februar sei bereits in Vorbereitung. Dähres Ortswehrleiter Gerd Obermüller bezeichnete die Übergabe als „historischen Tag“. „Von diesem Fahrzeug profitiert die ganze Region“, sagte er. Nun komme es darauf an, schnell den Umgang mit dem Fahrzeug zu erlernen, denn im Innern gleiche es schon fast einem Flugzeugcockpit. Den jungen Leuten rief er zu: „Legt die Handys beiseite und kommt zu uns. Das Internet löscht keinen Brand.“

Dähres Gruppenführer Jörg Makowski (r.) zeigte Diesdorfs Ortswehrleiter Mario Meier das Cockpit des neuen TLF.

Carsten Borchert, der im Vorfeld die Fäden für den Fahrzeug-Deal eingefädelt hatte, zollte der superschnellen Verwaltungsarbeit Respekt. Nur dadurch konnten die Fördergelder noch vor Ablauffrist Ende 2017 in Anspruch genommen werden. Dähres Bürgermeister Bernd Hane erinnerte an die Weitsicht der Gemeinde, die nach der Wende gleich in ein modernes Feuerwehrgerätehaus investiert hatte. „Ohne dieses Gerätehaus wäre heute das neue Fahrzeug nicht hier“, sagte er.

Der Gemischte Chor Dähre unter Leitung von Ursula Borrmann hat extra für die Fahrzeugübergabe drei Lieder einstudiert.

Nach den gemeinsamen Liedern „Großer Gott, wir loben dich“ und „Nun danket alle Gott“ weihte Dähres Pfarrer Silvio Scholz das neue Fahrzeug. Und dass so eine Weihe auch mit einer gehörigen Portion Humor gewürzt werden kann, bewies der Geistliche mit den Worten: „Herr, segne dieses Fahrzeug mit all seinen Sitzen. Allzeit gute Fahrt und immer volle Spritzen.“

Volksfeststimmung im Gerätehaus: Die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone mundete – aber vorher war Anstehen angesagt.

Zum Schluss des Festaktes gab es noch Geschenke und Knisterumschläge für die Dährer Wehr von den Feuerwehren Lagendorf, Ellenberg, Diesdorf, der Jugendwehr Mehmke und der Verbandsgemeinde. Kaffee, Kuchen und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone sorgten für Volksfeststimmung. Den ganzen Nachmittag konnte das 18 Tonnen schwere und 341 PS starke TLF 4000 mit 500 Liter Schaumtank, einer Heckpumpe, zwei Wasserwerfern, Lichtmast, Rückfahrkamera, Selbstschutzanlage, Allrad und vielen weiteren Extras besichtigt werden. Stolz stellte der stellvertretende Kreisbrandmeister, Bert Juschus, fest: „Das Fahrzeug passt super in den zweiten Zug der Feuerwehrbereitschaft.“

Von Rüdiger Lange

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.