Gebäude in Altensalzwedel schon 2014 verkauft, aber bis heute nicht saniert

Wohnblöcke gammeln vor sich hin

Zwei Wohnblöcke in Altensalzwedel wurden bereits 2014 verkauft, stehen aber immer noch leer und gammeln vor sich hin. Vor dem einen Block liegt ein großer Müllhaufen. Ein Schandfleck mitten im Dorf. Fotos (3): CHRISTIAN REUTER
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Zwei Wohnblöcke in Altensalzwedel wurden bereits 2014 verkauft, stehen aber immer noch leer und gammeln vor sich hin. Vor dem einen Block liegt ein großer Müllhaufen. Ein Schandfleck mitten im Dorf.

Altensalzwedel – In Altensalzwedel verschandeln zwei leer stehende Wohnblöcke seit Jahren das Ortsbild. Die zwei Mehrfamilienhäuser mit den Nummern 30 und 31 waren bereits am 1.

Das Unkraut zwischen den alten Blöcken ist teilweise mehr als mannshoch. Wie hoch wird es noch werden?

März 2014 in einer Auktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG in Leipzig zum Verkauf angeboten worden (AZ berichtete). Das Mindestgebot lag damals bei 3000 Euro, und genau für diesen Betrag wurden die Objekte auch verkauft, ist aus dem Katalogarchiv des Unternehmens zu erfahren. Wer der Käufer war, wollte die sächsische Firma „aus Datenschutzgründen“ nicht mitteilen. Schon in der Objektbeschreibung von 2014 hinterließen die beiden Mehrfamilienhäuser alles andere als einen guten Eindruck. Die Gebäude, erbaut 1962/63, verfügen nur über Ofenheizung, einfache Bäder mit Waschbecken, WC und Badewanne, allerdings teilweise zerstört. Die Putzfassade am Haus Nr. 30 wies schon damals größere Nässeschäden auf, die mit Betondachsteinen und Ziegeln gedeckten Dächer sind zum Teil undicht bzw. schadhaft.

Dass es auch anders geht, beweist der Wohnblock, der bereits saniert worden ist. Ein schöner Anblick.

Der Zustand der beiden Wohnblöcke und des Umfelds ist seit 2014 nicht besser geworden, ganz im Gegenteil. Etliche Fenster sind kaputt. Vor einem der Häuser liegt ein großer Müllhaufen, das Unkraut zwischen den Blöcken ist teilweise mehr als mannshoch. Bis heute hängt in einem Fenster an einem der beiden Häuser ein Verkaufsschild von wesDA Consulting. Die Immobilienagentur mit Sitz im niedersächsischen Bassum habe die Zwangsversteigerung der Wohnblöcke begleitet, war von einer Mitarbeiterin zu erfahren. Zuständig für die Abwicklung sei die Bausparkasse BHW gewesen.

An einem der Blöcke ist ein neu aussehender Briefkasten mit den Namen Hassan Ahmed und G. M. Lund Baloch befestigt. Detlef Jürges, Vize-Bürgermeister der Gemeinde Apenburg-Winterfeld, hatte bereits Anfang 2019 berichtet, dass ein Portugiese oder Inder die beiden Häuser erworben haben soll. Mehr dazu wisse er bis heute auch nicht, erklärte Jürges gestern auf AZ-Nachfrage.

„Das sieht schon schlimm aus dort“, erklärte Ninett Schneider, Bürgermeisterin der Gemeinde Apenburg-Winterfeld gestern. Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf sei am Sachverhalt dran. „Gegebenenfalls wird eine Ersatzvornahme gemacht“, nannte Schneider eine mögliche Option. Diese berge aber immer das Risiko, dass dann die Gemeinde auf den Kosten sitzen bleibt. Eigentum verpflichtet, heißt es. „Ich wäre froh, wenn sich jeder dessen bewusst ist. Es ist traurig, dass es immer noch Eigentümer gibt, die das nicht einsehen“, so die Bürgermeisterin. Leer stehende Objekte würden ein Gefahrenpotenzial darstellen, für die Anwohner, aber vor allem für Kinder und Jugendliche. VON CHRISTIAN REUTER

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