Polizeistation vor dem Aus: Weiterer Leerstand befürchtet

Was wird aus dem Diesdorfer Rathaus?

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Die Zukunft des Diesdorfer Rathauses beschäftigt Ratsmitglieder. Sie befürchten das Aus der Polizeistation. )

Diesdorf. Was wird aus dem Diesdorfer Rathaus in der Himmelreichstraße? Diese Frage stellt sich nach der befürchteten Mietkündigung der Polizeistation. Schon bald könnten größere Teile des riesigen Gebäudekomplexes leer stehen.

Derzeit sind neben den Ordnungshütern noch das Bürgerbüro der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, ein Gewerbe, zwei Büros, die Bibliothek und eine größere Wohnung vermietet.

Einige Mitglieder des Gemeinderates bedauern, dass es die Kommune nicht geschafft hat, seinerzeit die gesamte Verwaltung langfristig in Diesdorf zu binden, so wie es Beetzendorfs Ortschef Heinrich Schmauch gelungen ist. „Ja, das ist schade, aber die Umstände waren damals aus Diesdorfer Sicht auch nicht so günstig, denn wir hätten das Rathaus vor einer Vermietung an die VG ja erst einmal von Grund auf sanieren müssen“, sagt der Diesdorfer Ratsherr Detleff Bill.

Hintergrund: Dämmung, Fassade, Dach, Schornsteine und Teile der Elektrik des Hauses sind veraltet. Laut dem SPD-Mann hatte die Kommune aber dafür, anders als Beetzendorf, das nötige Geld nicht. „Auch im Verbandsgemeinderat war man wohl seinerzeit mehrheitlich eher für Beetzendorf als Verwaltungssitz“, erinnert sich Bill.

Sein SPD-Kollege Matthias Nieschlag hatte dafür geworben, sich bei der Verbandsgemeinde für einen Verwaltungssitz in Diesdorf stark zu machen. „Tragisch wäre es jetzt für die gesamte Region, wenn auch die Diesdorfer Polizeistation dicht machen würde“, ist sich Nieschlag sicher.

Hinsichtlich der Zukunft des Rathauses ist auch die Möglichkeit eines Verkaufes ins Gespräch gebracht wurden, weil nach der Fertigstellung der Darre Bibliothek und Bürgermeisterbüro in das denkmalgeschützte Gebäude verlagert werden sollen. „Das ist aber derzeit überhaupt nicht spruchreif“, so Bürgermeister Fritz Kloß.

Zu DDR-Zeiten war das Diesdorfer Rathaus ein modernes Ärztehaus. Was heute aus medizinischer Sicht einen Wunschtraum darstellt, war in den 1980er Jahren bereits Standard: Die flächendeckende ärztliche Versorgung selbst auf dem Lande und in strukturschwachen Regionen. Bevor das Haus in den frühen 80ern erweitert wurde, war in Diesdorf schon ein Land-Ambulatorium in dem Altbau eingerichtet worden. Davor war das gepflegte Anwesen im Besitz von Dr. Fink. Er weilte während der Kolonialzeit in Mittelasien. Von dort er brachte unter anderem exotische Pflanzen und Bäume mit und legte einen umfangreichen Park rings um das Haus an, von dem noch heute einige Teile erhalten geblieben sind.

Von Kai Zuber

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