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Windvorranggebiet Siedenlangenbeck weiterhin im Entwicklungsplan enthalten

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Von: Christian Reuter

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Windräder
Windräder stehen an der Audorfer Mühle bei Beetzendorf. Die Bürgerinitiative „Pro Jeetzetal“ kämpft auch weiterhin gegen das Windvorranggebiet Siedenlangenbeck, will dort keine Windräder. © Reuter, Christian

Das Windvorranggebiet (WVG) Siedenlangenbeck III steht auch weiterhin im Regionalen Entwicklungsplan Altmark. „Der Antrag von Günther Serien, das Gebiet aus dem Plan herauszunehmen, wurde auf der jüngsten Sitzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark abgelehnt“, informierte Jörn Thaute, Mitglied der Bürgerinitiative (BI) „Pro Jeetzetal“ auf AZ-Nachfrage.

Siedenlangenbeck. Die Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft (RPG) Altmark hatte sich am 30. März in Salzwedel zur öffentlichen Sitzung getroffen. Auf der Tagesordnung stand unter Punkt 8 ein Antrag des Kuhfelder Bürgermeisters Günther Serien. Darin wurde die Streichung des WVG Siedenlangenbeck aus dem Regionalen Entwicklungsplan Altmark gefordert.

Kleiner Rückblick: Im WVG Siedenlangenbeck wollte die Firma Enercon ab 2014 sechs Windenergieanlagen errichten. Doch 2018 zog der Vorhabenträger seinen Antrag für eine Genehmigung zurück, mit der Begründung, dass eine Genehmigung aus naturschutzfachlicher Sicht scheitern würde. Denn zuvor hatten die Untere Naturschutzbehörde eine Genehmigung abgelehnt und zudem die Gemeinde Kuhfelde dem Vorhabenträger die Zuwegung versagt. Deshalb kann nach Auffassung der BI die Streichung des WVG aus dem Regionalen Entwicklungsplan Altmark nur noch Formsache sein. Doch warum wurde der Antrag von Günther Serien überhaupt abgelehnt? „Wenn man so ein Windvorranggebiet herausnimmt, wäre der ganze Plan hinfällig“, berichtete Thaute. Was der Naturschützer für eine fadenscheinige Begründung hält, denn schließlich könne jeder Plan geändert werden.

Jörn Thaute teilte weiter mit, dass es mit den Stadtwerken Leipzig einen neuen Investor gebe, der einen Windpark bei Siedenlangenbeck errichten wolle. Thaute hat dafür kein Verständnis. Denn was solle das für einen Sinn haben, in einem Gebiet, das von mehreren Behörden bereits als nicht geeignet zum Bau von Windrädern eingestuft worden war, einen neuen Antrag zu stellen? Denn es handele sich noch immer um das gleiche Gebiet, die gleichen Bedingungen. Müsste ein neuer Investor da nicht sofort wieder scheitern? Die Bürgerinitiative will auf jeden Fall weiter kämpfen. „Wir werden definitiv nicht aufgeben“, kündigte Jörn Thaute an.

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