Aujeszkysche Krankheit im Altmarkkreis aufgetreten

Wildschwein mit tödlichem Virus im Kreis Salzwedel

Diesdorf. Im Raum Diesdorf hat sich erstmalig der Verdacht der Aujeszkyschen Krankheit bestätigt. In einem erlegten Wildschwein wurden entsprechende Antikörper entdeckt. Amtstierärztin Elke Filter ruft alle Jäger zur Unterstützung auf.

Schweißproben aller erlegten Wildschweine in dieser Jagdsaison werden benötigt. Sie können im Veterinäramt und bei den Tierärzten abgegeben werden. Anhand der Proben gilt es, das Krankheitsbild flächendeckend zu beobachten und zu überwachen. „Eine Übertragung vom Wildtierbestand auf die Hausschweinepopulation ist unbedingt zu verhindern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Altmarkkreises.

Darum rät die Amtstierärztin, den Kontakt zwischen Jagdhunden und Wildschweinen auf das Notwendigste zu beschränken. Außerdem gelten folgende Hinweise: Erlegte Stücke nicht beuteln und rohen Aufbruch von Schwarzwild nicht an Hunde verfüttern. Jäger, die selbst Schweinehalter sind oder diese Tiere betreuen, haben besondere Hygienevorschriften einzuhalten. Der Stall darf nicht mit Jagdbekleidung betreten werden. Außerdem ist dort das Aufbrechen von Wildschweinen verboten. Beim Entsorgen der nicht verwertbaren Reste gilt besondere Vorsicht. Bei Infektionsverdacht sollten ein Tierarzt und das Veterinäramt konsultiert werden. Die Behörde des Altmarkkreises ist unter Tel. (03 901) 84 04 16 zu erreichen.

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, ist eine Herpes-Viruserkrankung. Sie befällt vorrangig Schweine, aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen sind bedroht. Die Krankheit kann beim Hausschweinebestand zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Markante Symptome sind Juckreiz, Wesensveränderung, Erbrechen und Lähmungserscheinungen. Die Inkubationszeit (zwischen Ansteckung und Ausbreitung) liegt bei zwei bis neun Tagen. Hunde und Katzen werden über Blut /Schleimkontakt infiziert. Für sie ist die Aujeszkysche Krankheit tödlich, eine Impfung gibt es nicht. Der Virus ist für Menschen ungefährlich.

Von Christian Ziems

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