Einwohner sammeln Unterschriften für Erhalt der Westernstadt

Widerstand gegen „Utopia“-Pläne
für Ahlumer See

Westernstadt am Ahlumer See
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Die Westernstadt am Ahlumer See passt nicht in ein Tourismuskonzept, das die Gemeinde Rohrberg vorgelegt hat. Doch gegen den Abriss der Westernstadt und die „Utopia“-Pläne wehren sich viele Bürger.
  • VonKai Zuber
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Bereits im Frühjahr dieses Jahres kamen in Ahlum und Umgebung binnen weniger Tage über 150 Unterschriften gegen den Abriss der Westernstadt am See zusammen. Nun lagen in den vergangenen Wochen vielerorts noch einmal weitere Unterschriftenlisten aus.

Ahlum. „Dieses Mal bekamen wir mindestens neue 200 Unterschriften zusammen, wobei sich die Bürger gegen das von Teilen des Rohrberger Gemeinderates favorisierte Tourismuskonzept am See aussprachen, das die Dahrendorferin Amanda Hasenfusz im Auftrag der Kommune erstellt hatte“, informierte Simone Zach, die die meisten der vollen Listen einsammelte und durch neue ersetzte. Es werden aber noch viele weitere Unterschriften gegen die Pläne erwartet, weil zum Beispiel auch der Ford-Club sowie die Simson- und Trabifreunde noch ihr Votum abgeben werden, hieß es.

In dem von Hasenfusz vorgestellten Tourismuskonzept für den Ahlumer See kritisieren die Bürger unter anderem die englischen Begriffe, wie „Village Hostel“, „Camping-Space“, „Schoolgarden“ oder „Community Gardening“ (Altmark-Zeitung berichtete).

Fazit der Präsentation: Sehr viele Bürger lehnen das vorgelegte Tourismuskonzept des Rohrberger Bürgermeisters Bernd Schulz für ihren See rundweg ab.

Simone Zach sammelt seit Monaten Unterschriften: erst gegen den Abriss der Westernstadt und nun gegen das Tourismuskonzept der Gemeinde Rohrberg.

Wo jetzt die Westernstadt steht, soll zum Beispiel ein Steinzeit-Spielplatz entstehen, gleich daneben eine Mustergrabanlage „Megalith“. Und wo heute die „Fischerhütte“ angesiedelt ist, soll künftig ein „Infopunkt“ für Gartenausstellungen stehen.

„Doch etliche Einwohner wollen stattdessen das am See nutzen und ausbauen, was bislang vorhanden ist. Sie wollen wieder einen Sandstrand statt eines hölzernen Steges, Sportanlagen, ein saniertes Sanitärgebäude und einen Campingplatz“, argumentiert Simone Zach. Die alte Mühle zu Ferienwohnungen umzubauen, sei weder Aufgabe einer Kommune noch überhaupt finanzierbar, hieß es. „Ein Fass ohne Boden“, urteilte Ratsfrau Nicole Teichmann kurz nach der Projekt-Vorstellung.

Auch der Rohrberger Ratsherr und Ahlumer Feuerwehrchef Hendrik Becker lehnt die Pläne von Ortschef Bernd Schulz ab und bezeichnete das Vorhaben als „Utopia“. Um das See-Areal im Sinne der Einwohner zu entwickeln, war im August die Bürgerinitiative „Pro Ahlum“ ins Leben gerufen worden. Sie will die Entwicklung weiter kritisch begleiten.

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