Schaubrennen für Orgelsanierung begeisterte Publikum

Whisky-Premiere in Diesdorf

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Das Interesse war groß, als am Sonnabend in der Diesdorfer Mosterei und Edeldestille der Böttcher-Orgel-Whisky gebrannt wurde. Die Initiatoren Matthias Schulz und Pastor Ulrich Storck (Mitte) stellten das Projekt vor.
  • VonKai Zuber
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„Zum ersten Mal in der Geschichte Diesdorfs wird ein Orgel-Whisky gebrannt, der heute auf die Reise geschickt wird“, kündigte Diesdorfs Pastor Ulrich Storck die ungewöhnliche Premiere an. Das Whisky-Schaubrennen am Sonnabend in Diesdorf für die Orgelsanierung begeisterte das Publikum in der Mosterei und Edeldestille, denn die Macher um Stefan und Matthias Schulz sorgten dort für ein stilvolles Ambiente.

Sogar an die passende „Whisky-Musik“ war gedacht. Die lieferte nämlich Falk Kindermann von der Kreismusikschule mit seinem Saxofon.

An den Reglern der von Zollbeamten streng kontrollierten Destille fungierte der Experte, Brennmeister und Juniorchef Matthias Schulz. Sein Fazit: Guten Whisky zu machen, besteht aus Können, Sorgfalt, Leidenschaft und Liebe zum Handwerk. Dafür wird regionales Qualitätsmalz aus altmärkischer Gerste verwendet, das geschrotet und dann mit gefiltertem Diesdorfer Quellwasser gemaischt wird. Die kontrollierte Vergärung erfolgt in temperierten Gärlagern,

Ein Event mit Stil: Während Falk Kindermann Klarinette spielte, stellte Peter Conzendorf Anteilsscheine aus.

Zum Ende der Gärung wird die Maische dann schonend zu einem zunächst farblosen Malzbrand destilliert. Dieses Destillat wird dann mit etwa 60 Alkohol-Prozent in speziell angefertigten Fässern aus deutscher Spessart-Eiche gelegt, um zu reifen. Nach dreijähriger Reife in den Holzfässern wird der dann farbintensive Whisky mit destilliertem Wasser auf Trinkstärke gesetzt und per Hand in die nummerierten Flaschen gefüllt.

Beim Schaubrennen für den ,Böttcher-Orgel-Whisky’ erklärten Matthias und Stefan Schulz anschaulich die einzelnen Schritte der Whisky-Herstellung. Ein 100-Liter-Fass wurde am Ende des Prozesses mit dem frisch gebrannten Whisky gefüllt, der dann für drei Jahre gelagert wird. Schon am Sonnabend konnten Flaschen mit verschiedenen Größen vorbestellt werden (0,1, 0,35 und 0,5 Liter).

Bei Bezahlung erhielten die Käufer einen Gutschein, beziehungsweise Anteilschein, der dann im Jahr 2024, wenn der Whisky gereift ist, eingelöst werden kann. „Der gesamte Erlös aus dem Verkauf kommt der Sanierung der Böttcher-Orgel in der Diesdorfer Klosterkirche zu Gute“, erklärte Diesdorfs Pastor Ulrich Storck. Übrigens enthüllte der Pastor auch den Ideengeber: „Peter Conzendorf aus Mehmke hatte vor einem Jahr von einer Thüringer Kirchengemeinde gelesen, die ein ähnliches Projekt gestartet hatte.“ Laut Ulrich Storck soll bereits im Oktober mit der Orgelsanierung begonnen werden. Mit der Fertigstellung ist Ende 2022 zu rechnen. Matthias Schulz erinnerte an die lange Tradition des Brauens, Maischens und Darrens in Diesdorf. „Das taten die alten, bierbrauenden Mönche schon im Mittelalter in unserer Darre“, so der Juniorchef.

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