Verbandsgemeinderat stimmt für Flächennutzungsplan und den Haushalt 2017

Wenn Bauland knapp wird

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Für den Bereich Beetzendorf ist ein Flächennutzungsplan besonders wichtig, so Bürgermeister Lothar Köppe. Dort fehlt es an Bauland und viele Bauwillige mussten abgewiesen werden. 

Beetzendorf. Braucht die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf einen Flächennutzungsplan oder nicht? Diese Frage erhitzte in der Sitzung des VG-Rates am Mittwoch kurz vor der Abstimmung über den Haushalt 2017 die Gemüter.

Kämmerin Dorlis Reimann eröffnete den Ratsmitgliedern, dass die Überschussmittel des Haushaltsjahres – immerhin 70 500 Euro – als Anschubfinanzierung in einen Flächennutzungsplan investiert werden sollen. „Bisher waren wir nicht in der Lage, die finanziellen Mittel dafür aufzubringen“, erklärte VG-Chef Michael Olms. 70 000 Euro müsste die VG dafür zahlen, 500 Euro blieben also für einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt noch übrig. Zudem besteht die Möglichkeit auf eine Förderung von bis zu 80 000 Euro.

Ratsherr Günther Serien lehnte diesen Vorschlag direkt ab: „Mir erschließt sich die Notwendigkeit nicht. Außerdem ist der Überschuss für andere Baumaßnahmen wie die Grundschulen in Beetzendorf oder Kunrau wichtig.“ Auch Frank Wulff sprach sich dagegen aus. Zunächst solle die komplette Finanzierung genau durchgeplant werden.

Wichtig ist der Flächennutzungsplan nicht nur, um Fördermittel für die Verbandsgemeinde beantragen zu können. Er gibt auch Auskünfte über Bauflächen und Baugebiete. Diese werden vor allem in der Gemeinde Beetzendorf dringend benötigt, wie Bürgermeister Lothar Köppe betonte. „Ich habe so viele Bauwillige wieder wegschicken müssen – weil das Bauland fehlt“, so der Ortschef. Zwar verfüge die Gemeinde über einen eigenen Flächennutzungsplan, der aber ohne einen Gesamtplan nicht gültig sei. Axel Pieper aus Ahlum unterstrich: „Wenn junge Menschen oder Firmen sich ansiedeln wollen, müssen wir in der Lage sein, einen Plan anzubieten.“ Das sah auch der Großteil des Gremiums so. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde für den Flächennutzungsplan gestimmt und anschließend auch der Haushalt verabschiedet.

Von Melanie Friedrichs

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