Erfreuliche Nachricht: See-Besucher sind so ordentlich wie nie

Lüdelsens Monster-Wels soll auf den Teller

Unter der Wasseroberfläche hält sich der riesige Wels aus dem Lüdelsener See auch weiterhin hartnäckig versteckt. Der Angelverein hofft nun auf das Anglerglück im kommenden Jahr. Foto: Friedrichs
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Unter der Wasseroberfläche hält sich der riesige Wels aus dem Lüdelsener See auch weiterhin hartnäckig versteckt. Der Angelverein hofft nun auf das Anglerglück im kommenden Jahr.
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Lüdelsen. „Das muss man wirklich einmal hervorheben. Trotz des ganzen Trubels um den Wels in unserem See waren die Besucher so anständig wie noch nie“, sagt Klaus-Peter Schweigel.

Er ist sehr zufrieden, denn das Jahr 2016 ist das erste Jahr an dem die Angler keinen Ärger mit vermüllten Angelplätzen oder Randalen an dem kleinen Carport zu beklagen hatten. Obwohl der Lüdelsener See durch den bekannt gewordenen Riesenwels (AZ berichtet) deutlich mehr Besucher hatte als bisher.

Klaus-Peter Schweigel.

Die Angelvereinskasse hat das nicht gefüllt. Das wollten die Mitglieder nicht. „Alle Angler, die wegen des Wels kamen, durften kostenlos angeln“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Denn der Verein ist dankbar für die Mühe, die sich einige gemacht haben. Extrem-angler aus nah und fern reisten an, einige sogar mehrmals. Vor allem vier junge Männer aus Celle, die „Fishing Fingers“, sind Klaus-Peter Schweigel ans Herz gewachsen. Die will er später gerne einladen, wenn der Wels gefangen wurde. Dann soll der übrigens verspeist werden, schwebt dem Angler vor. Viele kamen auch nur, um zu schauen und möglicherweise einen Blick auf das Zwei-Meter-Ungetüm zu erhaschen. Denn Sichtungen gab es noch mehrere. „Dennoch glauben uns längst nicht alle, dass die Geschichte wahr ist. Sie denken, wir haben uns das alles ausgedacht“, ist der Lüdelsener ein wenig zerknirscht. Doch der Medienrummel um das gefräßige Problemtier, dass die Angler nicht aus dem Wasser bekommen, war dennoch riesig. Sogar Fernsehteams kamen in die Altmark, um zu berichten.

Doch die 21 Mann starke Truppe hält zusammen und hat in diesem Jahr wieder allerhand Erfolge zu verzeichnen. Vor allem viele Hechte und Marmorkarpfen zogen sie aus ihrem idyllischen Gewässer. Vor rund drei Wochen haben die Angler in ihren See investiert und 230 Kilo Karpfen ein neues Zuhause geschenkt. Sie waren schon relativ groß. „Dann kann sie wenigstens der Wels nicht mehr fressen“, sieht Klaus-Peter Schweigel auch Vorteile.

Mit dem Vorhaben das Wasser abzulassen, um den Wels herauszuholen, sind die Fischer übrigens nicht wirklich weiter. „Der einzige Monat, wo das möglich ist, ist der September. Und dafür gibt es bisher auch noch keine Genehmigung“, so der Angler.

Nun heißt es also auf das kommende Jahr zu warten. Auch wenn zumindest die Wels-Jagd in diesem Jahr erfolglos war: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Von Melanie Friedrichs

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