Angler wollen Riesenfisch im Lüdelsener See mit modernster Technik an den Haken kriegen

„Der Wels ist ein Schweinehund“

Der Wels vom Lüdelsener See hat es schon zu überregionaler Berühmtheit gebracht. Angler werden bereits am Dorfeingang von dem Riesenfisch begrüßt, der auf dem Trafohäuschen verewigt wurde. Fotos: Zuber (1) / Archiv (2)
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Der Wels vom Lüdelsener See hat es schon zu überregionaler Berühmtheit gebracht. Angler werden bereits am Dorfeingang von dem Riesenfisch begrüßt, der auf dem Trafohäuschen verewigt wurde.

Lüdelsen. Für Klaus-Peter Schweigel vom Anglerverein Hartau-Spring ist der Riesenwels aus dem örtlichen Teich weder ein Fabelwesen noch eine Legende. „Nein, der Wels ist real.

Er ist im Gewässer, treibt dort weiterhin sein Unwesen und muss daher unbedingt gefangen werden“, erzählt Schweigel.

Klaus-Peter Schweigel vom Anglerverein hofft auf zahlreiche Unterstützer bei der Jagd.

Grund dafür ist der unbändige Hunger des Großfisches, der kleineren Artgenossen aber auch Wassergeflügel zu Leibe rückt. Dadurch macht er die Hege mit anderen Speisefischen nahezu unmöglich. Sogar ein Hund soll dem Seemoster bereits zum Opfer gefallen sein. „Der Wels ist auch ein Schweinehund. Er beißt immer auf Köder, die nicht für ihn selbst ausgelegt wurden“, meint Schweigel. Und weil sowohl Haken als auch Angelsehne dann nicht dick genug sind, werden diese vom Wels zerfetzt.

Mithilfe modernster Ortungstechnik können Fischfinder auch auf dem Lüdelsener See zum Einsatz kommen.

Die Angler wollen nun den Riesenfisch im Lüdelsener See verstärkt mithilfe modernster Technik an den Haken kriegen. Der Wels in dem mehrere Hektar großen Gewässer wird auf mindestens 60 bis 65 Kilogramm geschätzt. 1,80 Meter soll er lang sein. Experten raten daher zu einer äußerst stabilen Rute mit geflochtener Schnur, einem Stahlvorfach und einem Drillingshaken. Nachtangeln mit totem Köderfisch bietet sich an. Auch Geflügel wird von dem Wels gern genommen. „Es muss ein Köder sein, der auch im Gewässer vorkommt“, sagt Klaus-Peter Schweigel.

Unzählige Petrijünger versuchten bislang ihr Glück mit dem Wels. Er wurde sogar einmal per Boot mit dem Echolot geortet, dann setzten die Angler dort eine Boje aus, machten in Ruhe einen Schlachtplan und tranken nach guter deutscher Anglermanier erst mal ein Bierchen. „Als sie dann dem Wels zu Leibe rücken wollten, war der Fisch längst weg“, erzählt der Vereinschef. Drei Angler aus Celle warfen ihre Köder aus und ein Apotheker aus Hannover kreierte sogar ein spezielles Lockmittel für den Wels. Doch alle bisherigen Versuche endeten mit schlaflosen Nächten am Teich, abgerissenen Schnüren, zerfetzten Sehnen und verlorenen Haken.

Nun sind regionale Angelexperten wie zum Beispiel Heino Melzian oder Heiko Göbel gefragt. „Ich würde mich freuen, wenn diese erfahrenen Petrijünger bei uns in Lüdelsen ihr Glück versuchen“, sagt Klaus-Peter Schweigel der AZ. Aus gegebenem Anlass sind sogar Boote auf dem Gewässer erlaubt, die mit modernen Echolot-Geräten zur genauen Fischortung ausgestattet sind. „Die Regelungen mit den Booten sind nicht mehr so streng wie früher. Und bei Anglern, die speziell auf den Riesenwels angeln, drücken wir besonders ein Auge zu“, betont Schweigel.

Hat der Wels angebissen, ist der Drill vom Boot aus auch wesentlich günstiger als vom Ufer, meinen die Experten mit Hinblick auf die zum Teil steilen Uferabschnitte. Schweigel ruft alle Angler dazu auf, sich den Herausforderungen des Riesenfisches zu stellen: „Unsere Petrijünger sind vor Ort gefordert, nicht an der Elbe oder in Norwegen.“

Von Kai Zuber

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