Landesschulamtssprecher: „Die Situation ist sehr angespannt“

Weiterhin Lehrermangel und Unterrichtsausfall an Dährer Sekundarschule

Schule in Dähre
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An der Dährer Sekundarschule fehlen weiterhin Lehrer, wodurch es immer wieder auch zum Ausfall von Unterricht kommt. In der nächsten Woche soll eine Lehrkraft aus der Elternzeit zurückkehren.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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„An der Dährer Sekundarschule fehlen auch weiterhin Lehrer, wodurch es immer wieder zum Ausfall von Unterricht kommt. Die Kinder leiden darunter, die Eltern sind bald am Verzweifeln“, klagt Nadine Broweleit vom Elternkuratorium. Besonders dramatisch sei die Situation in den Fächern Russisch, Mathematik und Deutsch.

Aber auch bei anderen Fächern herrsche teilweise ein großes Defizit. „Im ersten halben Jahr gab es in der 7. Klasse keinen Geografie-Unterricht, und auch danach nur ein oder zwei Stunden“, berichtet Broweleit.

Pro Woche seien sechs bis acht Ausfallstunden an der Sekundarschule eingeplant, „das geht natürlich zulasten der Eltern“. Die Kinder würden an manchen Tagen nur für 90 Minuten an die Schule kommen und müssten dann von den Eltern schon wieder abgeholt werden. Zum Teil seien die Kinder in der Schule auch unbeaufsichtigt, sagt die Elternvertreterin.

Die Dährer Sekundarschule an sich wolle sie aber nicht schlechtmachen: „Die Lehrer geben sich echt Mühe, aber jetzt geht die nächste in Rente.“ Broweleit befürchtet, dass sich der ständige Unterrichtsausfall negativ bei Bewerbungen um Praktikumsplätze und später auch um Lehrstellen auswirken könnte, „wenn da auf dem Zeugnis überall steht: nicht erteilt“. Es gebe auch einige Eltern, die ihr Kind im nächsten Jahr von der Schule nehmen wollen, sollte sich die Lage nicht verbessern. „Die personelle Situation an der Sekundarschule in Dähre ist sehr angespannt. Nicht nur, weil Stellen unbesetzt sind, sondern auch wegen Abwesenheiten durch Mutterschutz, Elternzeit und Langzeiterkrankung“, teilte Tobias Kühne, Pressesprecher beim Landesschulamt Sachsen-Anhalt auf AZ-Anfrage mit.

Momentan gelinge es dem Kollegium zwar unter größten Anstrengungen, bis auf eins alle Fächer zu unterrichten, „die Stundenumfänge in allen Klassenstufen mussten jedoch deutlich gekürzt werden“. Durch den gekürzten Stundenplan entstünden zwangsläufig Zeiträume bis zum planmäßig stattfindenden Schülertransport, in denen es teilweise nicht möglich sei, die Aufsicht für alle Schüler abzudecken. Für die Schüler der 5. und 6. Klasse werde dies mit Blick auf deren Alter aber gewährleistet, erklärte Kühne.

Und was unternimmt das Landesschulamt, um die Situation in Dähre zu verbessern? In der aktuellen Ausschreibungsrunde seien drei Stellen ausgeschrieben worden. „Aktuell haben wir bereits Bewerbungen vorliegen. Die Bewerbungsfrist endet am 7. Oktober 2021“, sagte der Pressesprecher. Alle Stellen, für die es keine Bewerbung gab, würden unmittelbar im Anschluss wieder ausgeschrieben.

Stellenbesetzungen für die Sekundarschule in Dähre seien auch in der Vergangenheit bereits sehr schwierig gewesen. Kühne: „Die Probleme der Schulen im ländlichen Raum, attraktiv für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zu sein, wirken sich in Dähre durch die geografische Lage verstärkt aus.“

Versuche, die Schule in Dähre mit Abordnungen von anderen Schulen zu unterstützen, würden auch kaum Erfolge bringen. Denn die Randlage an der unmittelbaren Landesgrenze schränke die Möglichkeiten sehr stark ein, da nur andere Schulen in Richtung Beetzendorf oder Salzwedel in Frage kommen würden. Diese stünden ebenfalls unter personellem Druck, was ihre Hilfsmöglichkeiten begrenze.

Immerhin konnte der Pressesprecher auch noch eine gute Nachricht übermitteln: „In der nächsten Woche kehrt eine Lehrkraft aus der Elternzeit zurück. Dies wird die Situation an der Sekundarschule in Dähre entspannen helfen.“

Um Seiteneinsteiger für den Schuldienst zu gewinnen, wird das Landesschulamt am 5. Oktober in der Sekundarschule in Beetzendorf eine Informationsveranstaltung anbieten. Interessierte können sich dort in der Zeit von 16 bis 19 Uhr über die Einstiegs- und Arbeitsmöglichkeiten nicht nur an den Sekundarschulen im Altmarkkreis Salzwedel informieren, sondern auch zu den anderen Schulformen, informierte Tobias Kühne.

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