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„Das ist völlig absurd“

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Von: Kai Zuber

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Eine gepflegte Grünfläche vor einem Krieger-Ehrenmal.
Um die Bewässerung dieser Schmuckfläche am Beetzendorfer Kriegerdenkmal nahe des Teiches geht es. Die Bepflanzung an „Tiedges Eck“ drohte zu vertrocknen. © Kai Zuber

Dem Beetzendorfer Ortschef Enrico Lehnemann wurde vorgeworfen, Wasser aus dem gemeindeeigenen Stölpenbad gestohlen zu haben. Wer Anzeige erstattet hat, ist bislang noch unklar. Der Beetzendorfer Bürgermeister äußerte sich am Sonnabend auf Anfrage zu dem Sachverhalt.

Ein Mann mit Vollbart und Brille schaut in die Kamera.
Beetzendorfs Bürgermeister Enrico Lehnemann fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. © Kai Zuber

Beetzendorf – „Das ist ja alles völlig absurd“, meinte Lehnemann, der erst seit rund sieben Wochen das Ehrenamt in der Kommune bekleidet. Im AZ-Gespräch wies er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Angesichts der Strafanzeige ermittelte die Polizei, die den Bürgermeister vor Ort inzwischen auch zur Vernehmung bat. Was war passiert? Die kommunale Schmuckfläche an „Tiedges Eck“ zwischen Volksbank, Park, Teich, Kirche und Kriegerdenkmal sollte samt der von den Heimatfreunden gepflegten Bepflanzung gewässert werden. Weil zur Wasserentnahme aus dem nahen Teich erst eine bürokratisch aufwändige „wasserrechtliche Genehmigung“ erforderlich gewesen wäre und dieses Prozedere etwa vier Wochen Bearbeitung in Anspruch genommen hätte, machte sich Lehnemann kurz entschlossen auf ins Stölpenbad. Dort wurde ein Wasserkanister zur Bewässerung der Grünfläche befüllt, damit die Pflanzen dort nicht vertrocknen. Der Behälter fasst 800 Liter. Daraufhin kam es zur Strafanzeige. „Ich habe der Polizei den Sachverhalt erklärt und auch gesagt, dass ich alle Schlüssel habe und Bürgermeister sowie Gemeindearbeiter bin“, so der Ortschef zur Aufklärung des Falles. Nun will Lehnemann zum Sachverhalt Akteneinsicht nehmen und auch wissen, wer ihn angezeigt hat. Ob er sich binnen seiner kurzen Amtszeit vielleicht Feinde gemacht habe, die ihn nun mit der Strafanzeige eins auswischen wollten, wollte die AZ daraufhin vom Bürgermeister wissen. „Nein, ich wüsste nicht, dass ich Feinde habe“, meinte Enrico Lehnemann daraufhin. Er will die Angelegenheit nun schnell aufklären, um eventuellen Gerüchten vorzubeugen.

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