Allein in drei Juli-Wochen 65 Einsätze / Großbrände und Sturm sorgen für Dauerstress

Wehren an der Belastungsgrenze

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Zuletzt standen viele Wehren aus der Verbandsgemeinde in Rohrberg an den Schläuchen. Auch ein mutmaßlicher Brandstifter sorgte für zahlreiche Einsätze in diesem Jahr.

Beetzendorf-Diesdorf. Schon Anfang Juli fühlte sich der Rohrberger Ortswehrleiter Mathias Gose dazu aufgefordert, seinen Aktiven einen großen Dank auszusprechen. Am 9.

Juli schrieb er auf der Facebook-Seite der Wehr im Internet: „In Anbetracht der Tatsache, dass wir zuletzt acht Tage am Stück zu insgesamt 17 Einsätzen alarmiert wurden, möchte ich mich an dieser Stelle öffentlich bei meinen Kameradinnen und Kameraden für die hohe Einsatzbereitschaft bedanken. Ihr seid eine tolle Truppe und ich bin stolz, seit nunmehr 10 Jahren euer Wehrleiter sein zu dürfen. “ Starke Worte, dabei wusste er noch nicht, was noch auf seine Aktiven zukommen sollte.

Das diese Worte derzeit nötig sind, beweist die Einsatzstatistik der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf. „Wir haben bis zum 23. Juli in diesem Jahr schon 165 Einsätze im Gebiet der VG“, erklärt VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Sie berichtet weiter, dass viele Wehrleiter derzeit kaum noch mit der Erfassung der Einsätze hinterherkommen. „Es ist einfach zu viel“, sagt Lüdemann, die kurz zuvor noch ein Gespräch mit Mathias Gose geführt hat.

Vor allem in den vergangenen drei Wochen häuften sich die Alarmierung der ehrenamtlichen Kräfte in der VG. Vor allem Sturmschäden sorgten kaum für Ruhe bei den Wehren. Dazu kamen drei Großbrände mit den mutmaßlichen Brandstiftungen an „Steffens Villa“ in Beetzendorf (3. Juli) und dem Brand der ehemaligen Gaststätte in Rohrberg (21. Juli) sowie dem Getreidebrand am Abzweig Dambeck nahe der Bundesstraße 248 (2. Juli).

Im Mittel haben die Freiwilligen Wehren der Verbandsgemeinde rund 100 Einsätze im Jahr. Nun sind es bereits 165. „Das verursacht natürlich auch höhere Kosten“, weiß die VG-Bürgermeisterin, dass allein die Haushaltsstelle für Reparaturen an der Feuerwehrtechnik jetzt schon aufgebraucht ist. Dazu kommen noch die Ausfallzahlungen für die Arbeitszeit, die die Kommune zu übernehmen hat. „Das ist schon eine finanzielle Herausforderung, die wir aber lösen werden“, betont Lüdemann.

Die Verbandsgemeindebürgermeisterin ist ebenfalls sehr dankbar für den Einsatz aller Wehren und zollt den Aktiven im AZ-Gespräch ihren Respekt: „Die Bürger können sich auf unsere Kameraden verlassen, die ungeachtet der Tageszeit und der Einsatzanforderungen momentan an ihre Grenzen gehen.“

Von David Schröder

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