Jübarer Kameraden sollen für Unfälle eine Schere und einen Spreizer bekommen

Wehr erhält neue Technik

Bislang ziehen sich die Kameraden auf zwei Etagen um. „Das ist kein Zustand“, sagt Bert Juschus. Fotos (4): Reuter

Jübar. Dem Jübarer Wehrleiter Ringo Büst rutschte die Neuigkeit bereits bei der Begrüßung heraus. Am Freitagabend hatten sich die Feuerwehrmänner der Gemeinde Jübar sowie Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus eingefunden.

Die Brandschützer werden wohl noch in diesem Jahr – sofern der Haushalt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf in der gegenwärtigen Fassung gebilligt wird – für Einsätze, bei denen Menschen in Fahrzeugen eingeklemmt sind, eine Elektroschere sowie einen Spreizer erhalten. Mit der Ausrüstung können Autodächer abgenommen und deformierte Türen geöffnet werden. Bislang besaß die Jübarer Wehr eine solche Ausrüstung nicht.

Wie Ringo Büst erläuterte, habe die Risikoanalyse für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde, die erarbeitet wurde und in den kommenden Wochen abgeschlossen werden soll, deutlich gemacht, dass eine solche Technik für die Jübarer Wehr dringend nötig ist. Dies unterstrich auch noch einmal der Verbandsgemeinde-Wehrleiter, Bert Juschus, der wie auch die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde, Christiane Lüdemann, an der Jahreshauptversammlung teilnahm. „Bei der hohen Zahl von Sattelzügen auf den Straßen rund um Jübar, die der Firma Glunz Holz liefern, sind schwere Unfälle längst nicht mehr auszuschließen. Bislang war Jübar, was die technische Hilfeleistung betrifft, ein weißer Fleck in der Verbandsgemeinde. Das muss ein Ende haben“, machte Bert Juschus deutlich. Er ging auch auf die nötigen Umbauarbeiten im Jübarer Feuerwehrgerätehaus ein.

Der Ordnungs- und Feuerschutzausschuss der VG hatte sich jüngst das Feuerwehrgerätehaus angeschaut und war zum Urteil gekommen, dass bauliche Veränderungen nötig sind. So gibt es derzeit zwei Räume, in denen sich die Kameraden umziehen, bevor sie zu einem Einsatz ausrücken. Beide Räume verbindet eine Stange, an der die Feuerwehrmänner hinunterrutschen, um dann die Fahrzeuge besteigen zu können. „Das ist nicht praktikabel. Die Feuerwehrmänner müssen sich alle im Erdgeschoss umziehen können“, sagte Bert Juschus. Nur so könne der Einsatzleiter auch den Überblick über die Mannschaft behalten. Die Feuerwehrmänner aus Jübar hängen allerdings an ihrer Rutschstange, wie bei der Diskussion zum Abschluss der Jahreshauptversammlung deutlich wurde. Bert Juschus stellte jedoch klar, dass die bisherige Aufteilung nicht mehr vertretbar ist.

Auch die Jahresstatistik gehörte am Freitagabend zur Versammlung. Zu fünf Einsätzen und einer Übung rückten die Jübarer Kameraden in 2011 aus. Dabei handelte es sich bei vier Alarmierungen um Brände – unter anderem stand ein Bagger auf dem Gelände der Firma Glunz in Flammen – und um einen Einsatz, bei dem eine ölige Flüssigkeit gebunden werden musste. Insgesamt 58 Stunden verbrachten die Kameraden bei den Einsätzen. Bei den regelmäßigen Diensten jeweils donnerstags wurden 425 Stunden abgeleistet. Ringo Büst forderte die Kameraden auf, sich künftig noch stärker an den Diensten zu beteiligen.

Der Gemeindewehrleiter blickte auch schon auf die kommenden Monate. 2012 werde es verstärkt Übungen in der Verbandsgemeinde geben, bei denen sicher auch die Jübarer Feuerwehr gefordert sei. Zudem stünden einige wichtige Aus- und Fortbildungen auf dem Plan. So seien Lehrgänge für Truppenführer und Maschinisten angedacht. Und natürlich müssten für die Bedienung der Elektroschere und des Spreizers ebenfalls Lehrgänge besucht werden, sagte Ringo Büst.

Von Norman Reuter

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