Wallstawer Wehr gibt nach

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Die Wallstawer Kameraden sind stolz auf ihre Technik. Bislang wehrten sie sich dagegen, das Feuerwehr-Inventar an die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf abzutreten. Die Befürchtung: Material könnte an andere Wehren gehen.

Wallstawe / Umfelde – Von Kai Zuber. In entspannter Atmosphäre begann am Montag im Umfelder Gemeinschaftshaus die erste Ratssitzung des Jahres in der Gemeinde Wallstawe. Die Ratsmitglieder begrüßten als Gast den CDU-Landtagsabgeordneten Uwe Harms in ihrer Runde.

Dieser wollte nach eigener Aussage ein Jahr nach Bestehen der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf „nach dem Rechten sehen“. Es sei klar, so Harms, dass noch nicht alles perfekt laufe.

Der CDU-Politiker, der sich selbst nicht ohne Stolz als „einen der Urheber der VG“ sieht, bekam im Rat jedoch überwiegend zu hören, was derzeit nicht so gut im Beetzendorfer Verwaltungsbereich läuft.

Wallstawes Gemeindewehrleiter Ralph Jürges ließ dann sogleich den Knoten platzen: Schweren Herzens habe er sich mit den Wallstawer Kameraden während des jüngsten Dienstabends dazu entschlossen, die Feuerwehr-Fahrzeuge nun doch an die Verbandsgemeinde zu übertragen. Das sei zwar nicht schön, aber wohl am sinnvollsten. „Wir fühlen uns ja mittlerweile schon wie das fünfte, wenn nicht sogar sechste Rad am Wagen“, begründete Jürges und winkte dabei resigniert ab. Die Entscheidung sei den Aktiven nicht leicht gefallen, man höre von den Feuerwehren in der Region nichts Gutes.

Hintergrund: Wallstawe fühlte sich in den vergangenen Monaten einem gewissen Druck ausgesetzt, weil die Kommune die Feuerwehrtechnik als einzige nicht an die VG als neuem Träger übergeben wollte. Zu einer konformen Meinung kam es in der Zeit jedoch nicht.

Auch bei der Nutzung der Gebäude sollte per Vereinbarung ein gesondertes Mitspracherecht verbrieft sein. Die unkonkreten Formulierungen in dieser Mustervereinbarung wollte auch Ellenbergs Wehrleiter Udo Herz nicht unterschreiben: „Neben Regelungen im Falle einer Umnutzung von Räumlichkeiten fordern wir detaillierte Angaben mit Inventarverzeichnissen und Protokollen. Wer kann sich denn in ein paar Jahren noch daran erinnern, was mündlich besprochen wurde?“, so Herz.

Wallstawes Bürgermeister Frank Wulff brachte indes für die Belange der Aktiven in den vergangenen Wochen viel Verständnis auf. Die Gemeinde hatte als ehemaliger Träger der Wehr viel investiert, und auch die Feuerwehrmänner zehren noch heute von den Früchten unzähliger Arbeitsstunden. „So etwas gibt man nicht so einfach auf“, erklärte Wulff.

Angesichts der anstehenden Ersatz- und Neubeschaffungen haben sich zumindest die Wallstawer dazu entschlossen, dem Druck nicht mehr standhalten zu wollen. „Wir möchten nicht mehr schlechter gestellt sein als die anderen“, brachte es Ralph Jürges auf den Punkt.

Udo Herz zeigte sich infolge dieses Einlenkens überrascht: „Das war eigentlich mit uns Ellenbergern im Vorfeld nicht abgesprochen. Wir werden das Thema daher in den nächsten Tagen noch einmal diskutieren“, so Herz.

Grundsätzlich gibt es nun in der Kommune die Befürchtung, dass die Motivation einiger Kameraden mit der Übergabe der Feuerwehrtechnik an die VG leiden könnte. Der Tagesordungspunkt „Nutzungsvereinbarung“ wurde erneut vertagt.

„Ich wünsche mir jedoch, dass diesbezüglich in unserer Gemeinde eine einheitliche Linie gefahren wird“, so Bürgermeister Frank Wulff.

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