Beschluss zum 1000-Meter-Mindestabstand zur Wohnbebauung gefasst

Wallstawer Gemeinderat ist gegen Windräder vor der Haustür

Windräder bei Beetzendorf
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Windräder stehen an der Audorfer Mühle nahe Beetzendorf. In der Gemeinde Wallstawe gibt es bisher keine Windkraftanlagen, und es sind derzeit auch keine geplant. Dies könnte sich allerdings bald ändern.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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In der Gemeinde Wallstawe sind derzeit keine Windkraftanlagen geplant. Das muss allerdings nicht so bleiben. Deshalb hat der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung am Montag, 11. Oktober, im Ellenberger Dorfgemeinschaftshaus laut Bürgermeister Ralph Jürges „in weiser Voraussicht“ einen Beschluss gefasst, nach dem in Zukunft ein Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen Wohnbebauung und Windenergieanlagen einzuhalten ist.

„Wurden denn schon Anträge für Windräder oder Solarparks in der Gemeinde gestellt?“, wollte der Ellenberger Jörg Lüdemann während der Einwohnerfragestunde der Wallstawer Ratssitzung wissen. Denn unter Punkt 7 stand auf der Tagesordnung: „Beschluss – Nutzung der Länderöffnungsklausel im Baugesetzbuch zum Mindestabstand zwischen Wohnbebauung und Windenergieanlagen“.

Für Windparks würden derzeit keine Anträge vorliegen, sagte Bürgermeister Ralph Jürges. Dafür aber für eine Solaranlage, und zwar von der Firma Storengy, die von Nipkendey aus den Erdgasspeicher Peckensen betreibt. Dabei handele es sich allerdings nur um eine eher kleine Fläche auf dem Betriebsgelände des Unternehmens. Jürges glaube, dass in Zukunft bezüglich der erneuerbaren Energien noch viel mehr kommen werde. „Grundsätzlich ist mir eine Fotovoltaikanlage lieber als ein Windrad“, erklärte der Wallstawer Ortschef.

Sein Stellvertreter Udo Herz erinnerte daran, dass im Jahr 2000 auf der Nipkendeyer Höhe vier Windräder aufgestellt werden sollten, was dann aber wegen des Landschaftsschutzgebietes abgelehnt worden sei.

Zur Beschlussvorlage sagte Herz, es werde von harten und weichen Einzugsgebieten gesprochen. In harten Gebieten dürfe kein Windrad stehen. „Es sollte mal jemand von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark kommen und uns erläutern, auf welchen Flächen gebaut werden kann und wo nicht“, meinte Herz und schlug vor, den Beschluss zu verschieben. „Für mich ist das eindeutig: Von 500 bis 1.000 Meter ist es ein weiches, ab 1.000 Meter ein hartes Kriterium“, erwiderte Jürges. Durch alle anderen Gemeinderäte sei der Beschluss durchgegangen. Und auch Wallstawe müsse diesen Beschluss unbedingt fassen. „Die Grünen forcieren jetzt die erneuerbaren Energien, da sind wir mit dem Abstand von 1.000 Metern sicherer, als wenn wir nichts beschließen“, betonte Jürges. Die Gemeinde wolle sich aber an Steffen Kunert von der Planungsgemeinschaft wenden und ihm einige Fragen stellen. Schließlich wurde der Beschluss mehrheitlich gefasst; sieben Räte waren dafür, zwei enthielten sich der Stimme.

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