Lagendorfs Feuerwehrchef Frank Schültke vermisst regelmäßige Pflege im Naturschutzgebiet „Grünes Band“

Violettes Blütenmeer lädt zu ausgiebigen Wanderungen ein

Heideblüte am „Grünen Band“ bei Schmölau-Dahrendorf: Ein besonderes Naturschauspiel ist jedes Jahr das Aufblühen der Heideflächen im ehemaligen Grenzstreifen. Foto: zuber
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Heideblüte am „Grünen Band“ bei Schmölau-Dahrendorf: Ein besonderes Naturschauspiel ist jedes Jahr das Aufblühen der Heideflächen im ehemaligen Grenzstreifen. Foto: zuber

Dahrendorf/Schmölau – Eine gute und eine weniger gute Nachricht hat der Dahrendorfer Frank Schültke derzeit in Sachen Heideblüte:

„Am kommenden Sonntag, 30. August, wäre eigentlich unser traditionelles Heideblütenfest gewesen. Es fällt aber wegen Corona aus. Man kann leider wegen der aktuellen Situation derzeit gar nichts planen“, so der Lagendorfer Feuerwehrchef bedauernd. Doch nun die gute Nachricht: Die violette Blütenpracht der Heideblüte fällt in diesem Jahr wieder üppiger aus. Grund dafür sind – man mag es kaum glauben – die größeren Niederschlagsmengen als in den beiden Vorjahren.

Derzeit zeigt sich die Heide wieder von ihrer schönsten Seite. Die Blüte der beiden in Deutschland am meisten verbreiteten Heidearten, der Besen- und der Glockenheide, hat in diesem Jahr wegen der trockenen und heißen Sommerwochen etwas eher als üblich begonnen. Das lässt eine Wanderung zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Altmark grenzt an zwei größere Heidegebiete, die südöstlichen Ausläufer der Lüneburger Heide und die Colbitz Letzlinger Heide.

Sandige Heidewege laden vielerorts zum Wandern ein. Bei den Altmärkern besonders beliebt sind Ausflüge in den „Heiligen Hain“ bei Wahrenholz, nach Bokel und die Heideflächen am Ortsrand von Bad Bodenteich. Doch kleine Heideflächen gibt es auch bei Diesdorf, Bonese und Dahrendorf. Aber blühende Heidepflanzen aus Dahrendorf werden immer seltener. Die kleine Heidefläche am ehemaligen Grenzstreifen hinter dem Ort droht, ohne Pflege zu verwildern. Das riesige Naturschutzgebiet „Grünes Band“ dort zieht sich über eine Länge von hunderten von Kilometern durch Deutschland und Europa. Wo sich einst die Grenzbefestigungen des Kalten Krieges befanden, erstrecken sich heute Biotope mit geschützter Flora und Fauna.

Ein Stückchen dieses „Grünen Bandes“ verläuft auch am nordwestlichen Rand der Gemeinde Dähre, im Ortsteil Dahrendorf. Dort sind die Einwohner stolz darauf, am Südostrand der Lüneburger Heide selbst eine kleine Heidefläche für sich zu haben. Früher wurden diese Flächen am Grenzschutzstreifen regelmäßig gemäht.

Das macht aber seit 30 Jahren niemand mehr. Regelmäßiges Mähen oder Schlegeln ist für die Heide aber wichtig, damit die Kräuter danach neu austreiben können. Nur die jungen Triebe setzen nämlich Blüten an. (zu)

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