Hörnerklang und Hundemeute

Vierte Grenzlandjagd am ehemaligen „Eisernen Vorhang“

Menschen und Pferde
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Im Galopp ging es mit der Meute bei der vierten Grenzlandjagd am ehemaligen Todesstreifen durch das Gelände. Auf der 20 Kilometer langen Strecke waren 25 Sprünge zu meistern.
  • VonKai Zuber
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Im rasanten Galopp ging es am Sonnabend mit der 22-köpfigen Niedersachsen-Meute während der vierten Grenzlandjagd am ehemaligen Todesstreifen des „Eisernen Vorhangs“ durch das Gelände.

Schmölau – Auf der 20 Kilometer langen Strecke hatten die Jagdherren Fiona und Karsten Alt insgesamt 25 Sprünge vorbereitet. Die Jagdsignale wurden nach der Freiluft-Andacht des Geistlichen Steffen Kiesner-Barth vom Parforcehornensemble „Bien Aller“ aus Verden sowie den Jagdhornbläsern des Hegeringes Bad Bodenteich geblasen.

Wo zu Zeiten des Kalten Krieges und des geteilten Deutschlands Grenzzäune die Menschen trennte, war nun heiteres Hundegebell zu hören. Es entstammte den Foxhounds, die einmal mehr unter der Regie von Master Max Sponagel über Stock und Stein jagte.

Doch bevor es so weit war, dankten die Jagdherren Fiona und Karsten Alt allen Helfern, dem DRK-Rettungsdienst, den Grundstückseigentümern und der Feuerwehr sowie der Agrargenossenschaft Bonese für die großzügige Bereitstellung der Flächen.

Die Niedersachsenmeute verfolgte bei der Grenzland-Schleppjagd eine Duftspur. Ein Mitglied der sogenannten Equipage (Meute-Begleitung) legte die Spur und übernahm die Rolle des Fuchses. Nun durfte die taufrische Spur nicht mehr betreten werden, bis die Meute eintraf. Die Meute wurde von Meuteführern, sogenannten Pikören, begleitet, dann folgten der Master und die verschiedenen Felder der Reiter.

Die Fox-Hounds der in Schmölau in Aktion getretenen Niedersachsenmeute werden das ganze Jahr über trainiert, der „duftenden“ Schleppe (Scent) zu folgen. Sobald die Pferde warm geritten waren, wurde die erste Schleppe durch Wald und Flur gelegt. Die Piköre hielten die Hunde zunächst im Kreis zusammen. Doch sobald der Schleppenleger einen hinreichenden Vorsprung erlangt hatte, gab es für die Meute kein Halten mehr und sie durfte auf die Fährte. Im zügigen Jagdgalopp folgten die Reiter bis zum Ende der Schleppe.

Die englischen Foxhounds erledigten ihre Arbeit wieder mit Bravour, auch wenn dieses Mal ein siebenköpfiger Trupp vorübergehend abhandenkam. Höhepunkt des perfekt geplanten Großevents war am Nachmittag vor dem Jagdessen das traditionelle Halali in der Schmölauer Feldmark und natürlich das stärkende Pansen-Curée für die braven Hunde.

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