Grenzprojekt: Diesdorfer engagieren sich / Nächste Zusammenkunft im Mai

Viele Ideen für Grünes Band

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Der Fischotter lässt grüßen: An der ehemaligen Grenze zwischen Ohrdorf und Haselhorst wurde das erste touristische Hinweisschild am Quellgebiet der Ohre aufgestellt.

Diesdorf/Ohrdorf. Die Niedersachsen sind Vorreiter beim Projekt „Grünes Band“ – zumindest was die Beschilderung der Sehenswürdigkeiten vor Ort angeht.

Genau an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Ohrdorf und dem Diesdorfer Ortsteil Haselhorst wurde das erste touristische Hinweisschild am Quellgebiet der Ohre aufgestellt.

Ein Radweg entlang des Flusses soll auf die Naturschönheiten aufmerksam machen. Der Fischotter steht symbolisch dafür. Die Hinweistafel auf dem neuen Schild beschreibt die Entstehung des Quellgebietes und den Grenzverlauf mit deutlichen Hinweisen auf den uralten Landwehrwall.

Im 19. Jahrhundert grenzten dort das Königreich Hannover und Preußen aneinander. „Es gibt keine Grenzen. Es ist die Angst, die Grenzen setzt“, wird der schwedische Regisseur Ingmar Bergmann auf der neuen Hinweistafel trefflich zitiert.

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Im Flecken Diesdorf engagiert sich der Bauausschuss-Vorsitzende Daniel Rieck für die Planungen des Projektes „Grünes Band“. „Wir haben hier schon vieles eingebracht: Gastronomie, Sehenswürdigkeiten, das Freilichtmuseum, die Hünengräber, die Grenzrelikte aus DDR-Zeiten und den Landwehrwall bei Waddekath“, erklärt Rieck. Was am Ende im Zuge des Projektes mit einfließen wird, ist derzeit noch offen. Die nächste Zusammenkunft zum „Grünen Band“ in der Region soll laut Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß im Mai stattfinden.

Die etwa 40 bis 200 Meter breite und 1400 Kilometer lange Linie des „Grünen Bandes“ ist der längste Biotopverbund der Bundesrepublik. Das Positive aus ökologischer Sicht: Diese Grenze gab der Natur eine drei Jahrzehnte dauernde Atempause. Das Grüne Band hat sich während der letzten 25 Jahre zu einem der größten Naturschutzprojekte Europas entwickelt. Etwa 600 bedrohte Arten konnten sich ins „Grüne Band“ retten. 150 Naturschutzgebiete grenzen an das Refugium.

Das Kerngebiet des „Grünen Bandes“ ist der Bereich zwischen dem so genannten Kolonnenweg und der früheren Staatsgrenze. In diesem Jahr gibt es besonderen Grund zum feiern: Zum runden Jubiläum plant der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) 2014 zahlreiche Veranstaltungen entlang des „Grünen Bandes“.

Viele Naturschönheiten sind auch am „Grünen Band“ zwischen Haselhorst und Rade zu finden: Heute noch ist wilder Hopfen im Rader Wald zwischen Waddekath und Rade zu entdecken. Aber auch Sauerampfer, Sauerklee, Brennessel und Bärlauch wachsen dort.

Doch es gibt nicht nur Befürworter des Projektes „Grüne Band“. Hintergrund: Das Vorhaben stößt bei einigen Bauern und Grundeigentümern in den betroffenen Regionen auf Widerstand. Dabei richtet sich die Kritik vor allem gegen die Bestrebungen, entlang des ehemaligen Grenzstreifens mehrere tausend Hektar als Schutzgebiete auszuweisen und landwirtschaftliche Nutzflächen aufzukaufen. Kritiker befürchten nach dem „Eisernen Vorhang“ nun eine „grüne Grenze“.

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