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Viele Bürger gegen Solarparks in Altensalzwedel, Hagen und Saalfeld

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Von: Christian Reuter

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Solaranlage
Solarparks sind in der Gemeinde Apenburg-Winterfeld unter anderem in Altensalzwedel, Hagen und Saalfeld geplant. Doch viele Bürger wollen kein „blaues Meer“ direkt vor ihrer Haustür haben, wurde im Gemeinderat deutlich. © Sven Hoppe, DPA

Das Thema Solarparks nahm bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Apenburg-Winterfeld am Dienstagabend, 13. September, einen breiten Raum ein: Fünf Punkte standen dazu auf der Tagesordnung. Vorhaben für die Orte Altensalzwedel, Hagen und Saalfeld wurden vorgestellt. Dass das Thema die Bürger bewegt, zeigte sich an den rund 30 Einwohnern, die in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Altensalzwedel gekommen waren. Die meisten von ihnen wollen allerdings keinen Solarpark vor ihrer Haustür haben.

Altensalzwedel - In Altensalzwedel will die Firma Kraftwerk Renewable Power Solutions eine Agri-Photovoltaik (PV)-Anlage errichten, Investor ist das Unternehmen Buß Solar. Das Projekt war bereits am 29. Juni 2021 im Gemeinderat vorgestellt worden (AZ berichtete). „Doch seitdem hat sich die Planung noch mal geändert, es sind Flächen rausgefallen wegen des Kriterienkatalogs der Gemeinde“, erklärte der Kraftwerk-Projektmanager Amon Fässler am Dienstag, 13. September. Die Fläche, auf der der Solarpark entstehen soll, sei zwölf Hektar groß, im vergangenen Jahr war noch von 22 Hektar die Rede.

Die mit Solarmodulen bedeckte Fläche betrage etwa 2,8 Hektar, da zwischen den Modulreihen ein Abstand von zehn bis 14 Metern bestehe. Auf diesen Flächen können nach Aussage von Fässler Ackerfrüchte angebaut werden.

Wer ist der Eigentümer der Fläche?

Erdmann Roloff aus Altensalzwedel fragte, ob denn der Eigentümer der Fläche bekannt sei, auf der der Solarpark entstehen soll. Denn die betreffende Firma sei vor vier Monaten verkauft worden. Das solle der Rat berücksichtigen, wenn er einen Beschluss dazu fassen wolle. Nun schritt die Bürgermeisterin Ninett Schneider ein. Dies gehöre nicht in den öffentlichen Teil der Ratssitzung. Doch ein Ratsherr äußerte: „Ich bin froh, dass er das gesagt hat.“ Amon Fässler erklärte: „Der Pachtervertrag ist mit dem uns bekannten rechtmäßigen Besitzer unterzeichnet.“

Auch in Hagen soll eine Agri-PV-Anlage entstehen, auf zwei Flächen mit insgesamt 33 Hektar, wie Evan Gilroy, Manager der Solar Provider Group, informierte. „Die Flächen sind viel zu groß, die sind riesig“, sagte daraufhin eine Einwohnerin aus dem Ort empört.

Schneider: „Wir nehmen Ihre Bedenken auf“

„Wir wollen nicht die gesamte landwirtschaftliche Fläche mit Solarmodulen bebauen. Und wir treffen nicht eigenmächtig Entscheidungen über Ihre Köpfe hinweg“, stellte die Bürgermeisterin klar, nachdem dieser Vorwurf aus den Reihen der Einwohner gekommen war. „Wir nehmen Ihre Bedenken auf“, sicherte Schneider den Bürgern zu. Der Rat werde den Leitfaden zum Umgang mit den Solarpark-Anträgen abarbeiten und „nach bestem Wissen und Gewissen“ entscheiden.

Schließlich soll auch in Saalfeld ein Solarpark gebaut werden, die Größe sei von 22 auf 16 Hektar verringert worden, teilte der Projektierer Volker Jakob von der Firma Sunovis mit. Anpassungen habe es beim Abstand zur Ortschaft gegeben, die von der Gemeinde vorgegebenen 200 Meter würden eingehalten. Und auch bei der Größe des Vorhabengebietes habe man nachgebessert. Laut dem Leitfaden dürfe ein Solarpark maximal zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Gemarkung einnehmen. Laut Jakob sind es nun 2,17 Prozent, wobei er aber die Zahlen für die Berechnung gerundet habe. Ein Bürger wollte wissen: „Warum nehmen wir nicht eine Fläche, die das Dorf nicht verschandelt?“ Er habe eine solche Fläche, auf der eine PV-Anlage nicht zu sehen sein würde. Er könne dazu einen Antrag einreichen, sagte Schneider. Das wolle der Bürger nun tun. Deutlich wurde in Altensalzwedel vor allem eines: Viele Einwohner wollen keinen Solarpark vor ihrer Haustür, selbst wenn alle Kriterien der Gemeinde eingehalten werden.

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