Gemeinde Dähre fehlt Geld für Abriss

Verfallene Gehöfte in Schmölau: „Gefahr im Verzug“ im alten Kuhstall

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Der alte Kuhstall in Schmölau ist längst abrissreif. Das Dach ist komplett eingestürzt, auf dem Boden wachsen schon Bäume. Unter morschen Holzbalken steht sogar ein weißer Volvo, den wohl niemand mehr fahren wird.

Schmölau – Auf der Fahrt durch Schmölau fallen dem Beobachter sofort mehrere leer stehende und verfallene Gebäude auf. Vor der Hausnummer 33, etwa 100 Meter abseits der Straße, die nach Niedersachsen führt, wachsen sogar schon Bäume.

Noch schlimmer sieht es im alten Kuhstall aus, der sich nur wenige Meter entfernt an der Landesstraße befindet.

Das Dach ist komplett eingestürzt. Auf dem Boden liegen morsche Holzbalken, Dachziegel und Metallteile durcheinander. Sogar ein alter weißer Volvo steht noch in der ehemaligen Halle.

Vor der Hausnummer 33 wachsen Bäume. Das Gebäude muss also seit Jahren leer stehen.

Ungefährlich ist dies alles nicht. „Ich habe schon oft Kinder aus dem alten Kuhstall kommen sehen“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will. Vertreter der zuständigen Behörden seien schon vor Ort gewesen, auch eine Abrissfirma. Passiert sei aber bis heute nichts. „Man könnte wenigstens mit einem Bauzaun das Grundstück absichern“, meint der unmittelbare Nachbar.

Er kenne den Eigentümer. Dieser habe früher auch im Dorf gelebt, jetzt stehe nicht nur der alte Kuhstall, sondern das Haus mit der Nummer 16 leer. Der Besitzer habe nach eigener Aussage 80 000 Euro in sein Gehöft gesteckt, ein mobiles Sägewerk und mehrere Autos gekauft. Er habe sich damit wohl übernommen. Heute betreibe der Eigentümer in Clenze eine Gärtnerei.

„Die Leute haben hier oft nur Häuser gekauft, weil es billig war. Jetzt verfallen diese immer mehr. Warum vollstreckt und versteigert man die nicht?“, fragt der Anwohner. Seine Verärgerung über die verfallenen Gehöfte ist deutlich zu spüren: „Was der Russe in 40 Jahren nicht geschafft hat kaputtzumachen, schaffen die Leute jetzt in wenigen Jahren!“ Dähres Bürgermeister Bernd Hane sagt zum Verfall: „Mich ärgert das auch immer, wenn ich durch Schmölau fahre.“

Die Gemeinde habe beim Altmarkkreis bereits angezeigt, dass der alte Kuhstall nicht sicher sei. „Dort ist Gefahr im Verzug“, betont Hane. Die Gemeinde könnte zwar den Abriss im Zuge einer Ersatzvornahme durchführen und danach dem Eigentümer in Rechnung stellen. „Aber uns fehlen die Mittel, und am Ende bleiben wir auf den Kosten sitzen“, so der Bürgermeister.

VON CHRISTIAN REUTER

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