Mit vereinten Kräften gehts leichter

Tobias Elfert (l.) und Jürgen Puhl sammelten den gebundenden Roggen ein. Ruck-Zuck waren die abgemähten Halme zuvor von den Frauen zusammengebunden worden.

Diesdorf - Von Andreas Köhler. Die Heimatinteressierten des Dährer Karnevalvereins haben es wieder einmal geschafft. Mit historischen Gewändern und viel guter Laune zeigten sie beim Vergodendeel am gestrigen Sonntag, wie einst in der Altmark der Winterroggen geerntet wurde. Dabei wurde deutlich: Das war damals harte Arbeit.

Klaus Merder übernahm wie in den Vorjahren die Rolle des Moderators. Und leistete erneut gute Arbeit. Ebenfalls schon fast traditionell war die Geschwindigkeit, mit der die Heimatfreunde aus Dähre den Roggen mähte und dann in Gebinde verpackte. Das ging fast schon im Minutentakt. Alf Elfert, der die Koordination der fleißigen Arbeiter übernahm, hatte selber kaum eine Sense in der Hand. „Meine Mitstreiter machen das so super, da störe ich nur“, erzählte er dem AZ-Reporter vergnügt. Doch konnte er sich nicht immer drücken, wenige Minuten später hielt auch er eine Sense in der Hand. Rund 25 Mitwirkdende vom Dährer Verein waren auf dem Feld vor der Diesdorfer Bockwindmühle aktiv. Dazu kommen noch zahlreiche Kinder. „Da wurde niemand gezwungen, die Jungen und Mädchen haben von allein gefragt, ob sie mitmachen dürfen“, freute sich nicht nur Elfert über das Interesse.

Weiterhin können sich die Heimatinteressierten und das Diesdorfer Freilichtmuseum auf die Unterstützung von Wolfgang Schmiedel verlassen. Er hatte erneut seinen alten, aber immer noch sehr gut funktionierenden Mähbinder mitgebracht. Reiner Hartmann war mit einem Lance plus Mähbinder unterwegs. Die Familie Elmendorf aus Mehmke stellte ebenfalls Technik zur Verfügung. „Das sind so viele Helfer, denen ich einfach mal ein großes Dankeschön sage“, gab denn auch Museumsleiter Friedhelm Heinecke dem AZ-Reporter auf dem Weg.

Doch nicht nur das zusehen ist möglich. So griff beispielsweise der Salzwedeler Jürgen Kayser spontan zur Sense und versuchte sich an einigen Ähren. „Wenn, dann gleich das ganze Feld“, wurde ihm daraufhin vergnügt beschieden. Er schaffte zwar nicht das ganze Feld, aber doch einige Meter. „Das habe ich noch von meinem Opa gelernt“, erzählt Kayser im Anschluss.

Ein farbenprächtiges Bild gab auch in diesem Jahr wieder die Vesper am Feldrand ab. Unterhalb der Bockwindmühle gab es frisch gebackendes Brot mit Kräuterschmalz. Dazu Käse und Schinken, Gurken, Eier – ganz wie zu alter Zeit. Die Vesper wurde von den Besuchern oft und gerne fotografiert.

Doch die mussten natürlich nicht hungern. Daniel Rieck hatte sich im Museum postiert und übernahm gemeinsam mit dem Museumskrug die Versorgung der Zuschauer. Und die waren zahlreich erschienen. „Ich hatte erst Angst wegen des schlechten Wetters am Sonnabend“, gestand Heinecke. Doch, auch das scheint schon traditionell beim Vergodendeel in Diesdorf, es gab einen strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen. Natürlich war auch die Bismarker Blaskapelle wieder im Einsatz. Die Musiker untermalten das Ernten des Winterroggens mit zünftiger Blasmusik und erleichterten so manchem vom Dährer Karnevalsverein damit die Arbeit. Die Musiker spielten auch zum wichtigsten Teil des Vergodendeels auf. Denn die letzte Garbe wird mit viel Tanz und Gelächter gefeiert. Pfarrer Silvio Scholz aus Dähre übernahm anschließend den Feldgottesdienst, der einst eine wichtige Rolle spielte.

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