Wahlhelfer: Verbandsgemeinde kann sich kaum vor Anfragen retten

„Hatten sogar Anrufe aus Berlin“

Eine Frau bekommt eine Corona-Impfung
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Eine Frau bekommt in ihren Oberarm eine Corona-Schutzimpfung. Nun können auch Wahlhelfer vorrangig geimpft werden.
  • Christian Reuter
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„Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni sucht die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf noch Wahlhelfer“ hatte die Altmark-Zeitung am 1. April berichtet. Inzwischen kann sich die Verbandsgemeinde kaum noch vor Anfragen von Leuten retten, die als Wahlhelfer fungieren wollen. Was die übergroße Mehrheit allerdings reizt, ist nicht ein besonderes Interesse dafür, kommunale Politik vor Ort selbst kennenzulernen und zu begleiten, sondern die Aussicht auf eine baldige Impfung gegen das Coronavirus.

„Wir hatten sogar schon Anrufe aus Berlin. Die wollten bei uns Wahlhelfer werden. Die Telefone standen kaum noch still“, informierte VG-Bürgermeister Michael Olms bei einem Pressegespräch. Auslöser für die vielen Anrufe selbst aus anderen Bundesländern als Sachsen-Anhalt war offenbar die Pressemitteilung von Michael Olms, nach der Helfer an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni nun doch vorrangig geimpft werden können (AZ berichtete).

Demnach hatte Landeswahlleiterin Christa Dieckmann erklärt, der Schutz der Personen, die als Wahlhelfer dieses wichtige Ehrenamt für unsere Demokratie ausüben, habe Priorität. Um als Wahlhelfer einen vorrangigen Impftermin erhalten zu können, sei ein personalisiertes Berufungsschreiben des Gemeinde- oder Kreiswahlleiters nötig.

„Wir haben erste Wahlhelfer, die von mir schon eine Bestätigung bekommen haben“, teilte der VG-Bürgermeister mit. Inzwischen gebe es für alle 25 Wahllokale genügend Helfer und auch Nachrücker, die als Ersatz im Notfall, der in Zeiten der Corona-Pandemie schnell eintreten kann, zur Verfügung stehen würden. „Die Nachrücker erhalten aber keine Bestätigung von mir“, erläuterte Olms. Und natürlich auch nicht die Anrufer aus Berlin oder anderen Bundesländern, die offensichtlich nur an einer schnellen Impfung gegen Covid-19 und nicht an der ehrenamtlichen Arbeit als Wahlhelfer interessiert waren.

Für Verwirrung hatten eine Pressemitteilung der Landeswahlleiterin vom 12. März zum Thema Wahlhelfergewinnung und die zeitgleiche Berichterstattung des Bundeswahlleiters bezüglich der Impfpriorisierung der Wahlhelfer gesorgt. Demnach seien Wahlfelfer in die Gruppe der Priorität 3 aufgestiegen, dabei waren sie zuvor noch nicht einmal erwähnt worden. Nun dürfen sie doch vorrangig geimpft werden. Und genügend Helfer stehen bereit.

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