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Unerlaubtes Parken wird seit Juni in Rohrberg geahndet

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Von: Christian Reuter

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Straße und Auto
Heino Licht stellte sein Auto an dieser Stelle an der Schulstraße in Rohrberg ab und bekam dafür ein Knöllchen. Auf der gepflasterten Fläche dahinter hätte er nach Aussage des Ordnungsamtes keines erhalten. © Christian Reuter

Heino Licht aus Rohrberg ist sauer. Stein des Anstoßes ist für ihn ein Knöllchen, das er am 17. Juni für unerlaubtes Parken an der Schulstraße bekommen hat. Dass er falsch geparkt hat, will der Inhaber einer Gerüstbaufirma auch gar nicht bestreiten. Aber Heino Licht stört sich vor allem daran, dass die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf das Ahnden von Parkverstößen zuvor nicht angekündigt habe.

Rohrberg. „Ich lebe seit fast 60 Jahren in Rohrberg. Unser Grundstück liegt zwischen der Breiten Straße und der Schulstraße“, berichtet der Diplom-Ingenieur. Die Schulstraße sei seit vielen Jahren eine verkehrsberuhigte Zone, in der das Parken laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) nur auf ausgewiesenen Flächen gestattet sei. Es gebe dort keine extra gekennzeichneten Parkflächen.

Heino Licht habe seine Firma schon seit 27 Jahren, und genau so lange sei es auch Praxis, dass Fahrzeuge auf der Straße, auf Grünflächen oder gepflasterten Flächen parken. „Es störte niemanden. Nun hat die Verbandsgemeinde aber eine neue Einnahmequelle entdeckt“, macht Heino Licht seinem Ärger Luft. Normalerweise parke er auf seinem Grundstück, dass er von der Breiten Straße aus befahren könne. Allerdings könne es vorkommen, dass die dortige Fläche durch Fahrzeuge von Kunden, Geschäftspartnern oder anderen Besuchern nicht ausreiche. „Ich stelle dann extra mein Auto an der Schulstraße ab, um den Verkehr in der Breiten Straße nicht zu behindern“, erklärt der Rohrberger.

Dieses Verhalten sei am 17. Juni vom VG-Ordnungsamt mit einem Knöllchen geahndet worden. An diesem Tag habe er auf der Rasenfläche neben der Schulstraße gestanden, einer Fläche, die er selbst angelegt habe und auch selbst pflege. „Ohne Vorankündigung hat nun das Ordnungsamt diese Praxis geahndet. 55 Euro sollen dafür fällig werden.“ Er könne auch nicht verstehen, warum er auf der von ihm selbst angelegten Pflasterfläche nur drei Meter weiter laut Ordnungsamt nicht zu zahlen hätte. „Ich finde das dermaßen unangebracht und überzogen, weil es bisher niemanden gestört hat. Bürgernähe stelle ich mir anders vor. Für mich ist das Abzocke, nichts Anderes“, empört sich Heino Licht.

VG-Bürgermeister Michael Olms nahm in der Sitzung des VG-Bauausschusses am Mittwoch, 29. Juni, Stellung zu den Vorwürfen. Das unerlaubte Parken in Rohrberg werde seit Juni geahndet, was bei den Bürgern für Irritationen gesorgt habe. „Aber es war immer schon falsch gewesen, dort unerlaubt zu parken. Es wurde nur nicht geahndet. Doch Unrecht bleibt Unrecht“, erklärte Olms.

Der VG-Bürgermeister räumte allerdings ein, man hätte „vorher in der Presse drauf hinweisen können“, dass Verstöße gegen die Parkordnung ab sofort geahndet werden. „Diese Kritik nehme ich auf mich“, so Olms. Zum Thema Parkordnung werde es darüber hinaus im nächsten Findling detaillierte Informationen geben.

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