Wohnung von Gisela Wagner wird zu eng / Einpacken für den Erdbeerhof

Über 600 Kaffeekannen

Gisela Wagner gibt 600 ihrer Kaffeekannen an einen Großsammler ab. Danach kann endlich die Wohnung renoviert werden. Foto: Lange

Beetzendorf. Gisela Wagner ist 66 Jahre und hat es in ihrem Leben nicht immer leicht gehabt. Doch sie hat sich durchgebissen, eine Krankheit aus eigener Kraft überstanden. Dann kam noch der plötzliche Tod ihres Mannes hinzu. Sie stand vor einem tiefen Loch.

„Da muss ich irgendwie raus. Das schaff ich“, sagte sich Gisela Wagener. Sie fing an, Zeitungen auszutragen und engagiert sich für sozial Schwache in der Region. Doch damit nicht genug. Seit vier Jahren sammelt sie leidenschaftlich Kaffeekannen.

Inzwischen zieren weit über 600 Stück die gesamte Wohnung. Ob im Schlafzimmer, in der Stube, in der Küche oder im Flur, alles ist zugestellt oder auf Regalen fein geordnet. „Die Kaffeekannen habe ich auf Flohmärkten erstanden, von Freunden, Verwandten und vielen anderen Menschen bekommen“, erzählt sie der Altmark-Zeitung dankbar. Doch die Sammelleidenschaft schuf auch Probleme. „Meine Wohnung muss endlich mal renoviert werden. Was mache ich mit den Kannen? Es sind einfach zu viele geworden.“

Während eines Urlaubs machte sie Halt auf Karls Erdbeerhof bei Rövershagen in der Nähe von Rostock und staunte nicht schlecht. „Die haben schon über 40000 Kannen gesammelt“, weiß Gisela Wagner. Die Beetzendorferin entschied sich, 600 ihrer Kannen dem Erdbeerhof anzubieten. Der Chef war sofort begeistert. „Dort sind sie in guten Händen“, ist Gisela Wagner überzeugt. Schon am kommenden Montag werden die Kannen abgeholt. „Und dann kann endlich meine Wohnung renoviert werden“, freut sich 66-Jährige, die kräftig am Einpacken ist.

Von Rüdiger Lange

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