In der Landwirtschaft wird weitergearbeitet wie bisher

Trotz Corona-Krise: „Es läuft alles fast normal weiter“

Ein Traktor auf einem Acker bei Winterfeld. Landwirte sind bisher von der Corona-Krise kaum direkt betroffen, können wie bisher weiterarbeiten, weil sie ohnehin meistens allein auf dem Feld oder im Stall sind.
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Ein Traktor auf einem Acker bei Winterfeld. Landwirte sind bisher von der Corona-Krise kaum direkt betroffen, können wie bisher weiterarbeiten, weil sie ohnehin meistens allein auf dem Feld oder im Stall sind.

Tangeln / Jübar / Wallstawe – Die Corona-Krise hat unser Leben in kürzester Zeit radikal verändert. Auch die deutsche Wirtschaft ist massiv betroffen, vor allem durch die Zwangsschließungen von Betrieben.

Doch wirkt sich die Corona-Krise auch auf die Landwirtschaft aus? Die AZ hörte sich in Betrieben in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf um.

„Bei uns hat sich nicht viel geändert“, sagt Beate Peplau, Vorstandsmitglied des Landwirtschaftlichen Unternehmens Tangeln. Die Genossenschaft mit 15 Beschäftigten ist in der Pflanzen- und Tierproduktion sowie der Erzeugung von Biogas tätig. In den Ställen mit Milchkühen werde in getrennten Schichten gearbeitet, das sei aber auch schon vor der Krise so gewesen.

Regelmäßiges und gründliches Waschen der Hände und Abstand halten seien natürlich auch in dem Tangelner Betrieb auf der Tagesordnung: „Die Mitarbeiter wurden extra noch mal darauf hingewiesen“, erklärt Peplau. Wegen der Kita- und Schulschließungen müssten einige Kollegen auf ihre Kinder aufpassen. Dadurch sei es auch schon vorgekommen, dass die dann mal bis zu einer Woche ausfallen.

Besser sieht es bei der Jübarer Agrargenossenschaft aus. „Toi, toi, toi. Wir sind noch alle da. Von den Mitarbeitern ist noch niemand ausgefallen“, sagt der Geschäftsführer Heinrich Herms. Mehr als 30 Beschäftigte sind in dem Unternehmen in der Pflanzen- und Tierproduktion im Einsatz. Angebaut werden sämtliche Getreidearten, Raps, Mais, Kartoffeln, Erbsen, Zuckerrüben. Dazu kommen 450 Milchkühe in den Ställen in Nettgau. „Bei uns arbeitet jeder für sich“, stellt Herms klar. In den Ställen sei der Fütterer sowieso ein Einzelkämpfer, und beim Melken gebe es auch nur zwei Kollegen. Der eine treibe die Kühe heran, der andere sei an der Melkmaschine. „Das mit dem Abstand halten sollte inzwischen jeder begriffen haben“, betont Heinrich Herms.

„Von der Corona-Krise bekommen wir bis jetzt noch nicht so viel mit“, sagt Norbert Kühl, Leiter Pflanzenbau bei der GbR Wallstawe. Und fügt hinzu: „Die Leute arbeiten selbstständig auf dem Schlepper. Und in den Ställen gibt es Schichten, wie bisher schon. Da ist genügend Abstand vorhanden. Es läuft alles fast normal weiter.“ Einige Kollegen hätten ihre Schichten verlegt, um auf ihre Kinder aufpassen zu können. Bei der GbR Wallstawe sind etwa 45 Leute in Lohn und Brot, zurzeit aber keine Saisonkräfte, wie zum Beispiel bei der Spargelernte.

Das Unternehmen baut Kartoffeln und Zuckerrüben an, außerdem noch Raps, Weizen, Gerste, Roggen. Die Nachfrage nach Kartoffeln sei deutlich gestiegen. Dem kann Norbert Kühl durchaus auch etwas Positives abgewinnen: „Die Leute sehen jetzt, wie wichtig die regionalen Erzeuger sind.“ Die gesamte Landwirtschaft sei ja systemrelevant, und vielleicht werde die Branche durch die Krise nun in einem anderen Blickwinkel gesehen.

Das Wallstawer Unternehmen hat sich auch für weitere mögliche Einschränkung bereits gewappnet: „Alle Mitarbeiter haben schon Pendlerscheine, falls sie mal kontrolliert werden.“

VON CHRISTIAN REUTER

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