Honig der Vorsaison lieferte dunkle Farbe mit geringem Wassergehalt

Traum-Ertrag durch Robinienblüte

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Eine Bienen-Saison mit Höhen und Tiefen: Die Sommertracht fiel zum größten Teil der Trockenheit und Hitze zum Opfer. Deshalb konnten nur geringe Mengen an dunklem Blatthonig geerntet werden.

Apenburg – Die 43 Mitglieder des Imkervereins Eintracht 1886 Beetzendorf und Umgebung blicken auf ein ereignisreiches Imkerjahr zurück. „Es war sehr unterschiedlich: einerseits erfolgreich, andererseits mit vielen Problemen“, wertete Vereinschef Günter Schröder bei der Jahreshauptversammlung in Apenburg aus.

Das Imkerjahr begann für die Bienen-Völker etwas zögerlich, weil sie in der Entwicklung stagnierten. Als die Rapsblüte begann, setzte von einem Tag auf den anderen bestes Sommerwetter mit Trockenheit und hohen Temperaturen ein.

„Weil die Völker noch nicht so weit waren, fiel die Ernte an Rapshonig moderat aus. Dafür verwöhnte uns die Robinie mit einer Blütenpracht, wie sie selbst erfahrene Forstleute noch nicht gesehen hatten“, so Schröder. Der Ertrag war trotz der großen Trockenheit sehr gut.

Die Sommertracht fiel zum größten Teil der Trockenheit und Hitze zum Opfer. Deshalb konnten nur geringe Mengen an dunklem Blatthonig geerntet werden. Ein herausragendes Merkmal aller geernteten Honige des Jahres 2018 war der geringe Wassergehalt. 13 bis 14 Prozent waren keine Seltenheit.

Die Ablegerbildung war in den meisten Fällen erfolgreich. Es bewährte sich für die Imker, Ableger aus zwei bis drei Brutwaben zu bilden. Sie entwickelten sich gut und könnten die Renner der diesjährigen Saison werden.

Die Milbensituation sah aus Sicht des Vereins lange Zeit erfreulich aus. Das dicke Ende kam aber im Spätherbst: Durch die warme Witterung entwickelten sich auch die Milben sehr gut. Völker, in denen nicht durch Brutwaben- oder Drohnenbrutentnahme beziehungsweise Brutunterbrechung die Milbenzahl reduziert wurde, hatten schließlich so viele Parasiten, dass sie trotz Behandlung stark geschwächt wurden oder eingingen.

Empfohlen wurde für die nächste Saison Folgendes: Absperren der alten Königin für 21 Tage, Bildung zahlreicher Ableger (aus jedem Standvolk mindestens zwei als Brutableger oder Feglinge) sowie Vereinigung oder Verstärkung von Völkern im Herbst. Einige Mitglieder ziehen bereits regelmäßig Bienen-Königinnen nach. Besonders erfolgreich ist hier Burkhard Herfort. Wegen der Milben erinnerte Schröder an die Behandlung mit Ameisensäure (Juli) und Oxalsäure (November / Dezember).

Besondere Höhepunkte des Vereins waren 2018 die Referate von Frank Kaina, Jochen Hofmann und Peter Warlich, die Standbegehung bei Volker Gäde, der Tag der Imkerei sowie der Imker-Kurs mit der Volkshochschule.

Mit vier Mitgliedern fuhr der Verein zur Landesvertretertagung nach Brambach und konnten dort mehrere Medaillen für den Altmark-Honig gewinnen. Jürgen Schulz hatte den besten Honig von Sachsen Anhalt. In diesem Jahr nehmen die Imker mit sechs Honigproben am Wettbewerb teil und hoffen wieder auf Medaillen.

VON KAI ZUBER

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