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Transportunternehmer aus Beetzendorf und Jübar fordern Senkung der Mineralölsteuer

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Von: Christian Reuter

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Tankstelle
Die Spritpreise sind in den vergangenen Tagen zwar etwas gefallen, verharren allerdings weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. © Christian Reuter

Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Spritpreise nahezu explodiert. Der Liter Diesel kostet inzwischen rund 2,30 Euro und damit 65 Cent mehr als vor dem Krieg. Davon besonders betroffen sind Transportunternehmen, weil deren Fahrzeuge meistens mit Dieselkraftstoff betankt werden. Die AZ fragte bei Unternehmen nach, wie sie die aktuelle Lage beurteilen und was sie vom Staat erwarten, um für Entlastung zu sorgen.

Beetzendorf. „Es ist äußerst kompliziert, noch kostendeckend zu fahren“, sagt Christoph Kummert, Geschäftsführer der Kummert/Stock Transport GmbH aus Beetzendorf. Denn für viele Kunden seien zum Jahresende 2021 für 2022 Jahrespreise vereinbart worden. „Theoretisch müsste man nun jeden Kunden fragen, ob man die Preise nachträglich erhöhen kann“, erklärt Kummert. In der Praxis aber wohl kaum machbar.

Bei den Kraftstoffen seien die Preise um 40 Prozent gestiegen, was für das Unternehmen erhebliche Mehrkosten bedeute, schließlich liege der Verbrauch bei 10.000 Litern pro Woche.

„Die Mineralölsteuer müsste runter, und das noch im April“, sieht Christoph Kummert eine Möglichkeit, wie der Staat den Unternehmen schnell helfen kann, durch die Krise zu kommen.

„Mein Lkw steht zurzeit, die Preise geben das nicht her. Du kannst nicht mehr vernünftig kalkulieren“, sagt Bastian Heinrich Behrend, der in Bornsen bei Jübar eine Firma für Dienstleistungen und Transporte betreibt. Und erklärt: „Polnische Spediteure tanken in Polen 60 Cent günstiger als bei uns und fahren dann in Deutschland umher.“

Um überhaupt noch etwas zu verdienen, mache er noch einige Fahrten für die Forstwirtschaft. Auch Behrend meint, dass die Mineralölsteuer gesenkt werden müsste, um die Transportunternehmen zu entlasten.

Das sieht auch Eyk Krüger, Inhaber des gleichnamigen Taxi-Unternehmens aus Beetzendorf, so. Die Politik müsse jetzt etwas unternehmen. Hauptsache sei, dass die Preise wieder nach unten gingen.

„Wir tanken jede Woche 1.200 Liter Diesel. Ich halte meine Fahrer schon zum spritsparenden Fahren an“, berichtet Krüger. Immerhin seien die meisten Fahrten regelmäßige Touren mit Patienten. Aber: „Die nächste Preiserhöhungsrunde kommt bestimmt, neben der bereits beschlossenen Erhöhung des Mindestlohns“, ist sich der Taxi-Unternehmer sicher.

Auch Volker Geserigk machen die hohen Spritkosten zu schaffen. Er betreibt in Lüdelsen bei Jübar eine Spedition. „Die hohen Preise merken wir mit Verzögerung“, erklärt der Firmenchef. Denn ein Drittel der Gesamtkosten bestehe aus den Fahrzeugkosten, von denen die Kraftstoffe einen großen Anteil ausmachen würden. Die fünf Fahrzeuge der Spedition benötigten jede Woche 1.000 Liter Diesel. „Wir fahren nicht zum Spaß durch die Gegend, sondern um damit Geld zu verdienen“, betont Geserigk. Er schlägt eine spezielle Besteuerung für Gewerbe-Diesel vor, um die Branche zu entlasten.

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