Winterfelder belegt den fünften Platz bei Deutschen Jugendmeisterschaften / Jede Kleinigkeit ist wichtig

Toni Kamieth serviert in der Beletage

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Mit einem fünften Platz kehrte der Winterfelder Toni Kamieth von den Deutschen Jugendmeisterschaften der Restaurantfachmänner zurück. Damit zählt er zu den Besten seiner Branche.

Winterfeld / Bonn. Gedanken um seine berufliche Zukunft muss sich der Winterfelder Toni Kamieth nicht machen. Der 20-Jährige ist einer der besten deutschen Nachwuchs-Restaurantfachmänner.

Denn bei den jüngsten Deutschen Jugend-Meisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen im Steigenberger Grandhotel Petersberg bei Bonn erreichte der Westaltmärker den fünften Platz von insgesamt 16 Startern aus dem gesamten Bundesgebiet. Er bewies damit sein Können und sammelte viel Erfahrung. „Wir sind stolz, dass unser Sohn so erfolgreich bei den Deutschen Meisterschaften abgeschnitten hat. Zumal die Anforderungen während der drei Tage in Königswinter äußerst anspruchsvoll waren“, freuten sich Tonis Eltern Sandra und Joachim Kamieth im Gespräch mit der Altmark-Zeitung über die Leistung ihres Sohnes.

Beim Kräftemessen der insgesamt 16 besten Restaurantfachmänner- und Frauen startete der Winterfelder jedoch nicht als Landesmeister seines Heimatlandes Sachsen-Anhalt, sondern als Titelträger von Mecklenburg-Vorpommern. Toni Kamieth absolvierte seine dreijährige Ausbildung zum Restaurantfachmann im Zingster Hotel „Meerlust“. Mit dem Gewinn des Regionalausscheides löste er das Ticket für die Landesmeisterschaft in Gägelow bei Wismar. Der dortige erste Platz in seinem Berufszweig bedeutete nur die Ehrung für den besten Azubi des Jahres 2013 mit der höchsten Punktzahl.

Die strenge und fachkundige Jury verlangte von allen 16 Teams aus dem Bundesgebiet viel ab. Dies merkte auch das Team Mecklenburg-Vorpommern schnell. Zu den anspruchsvollen Aufgaben während der drei Tage zählte übrigens nicht nur ein umfangreicher Theorieteil. Auch jede Menge Praxis war während des Wettkampfes gefragt. Dazu gehörten verschiedene Spezialarbeiten, wie zum Beispiel den Rotwein dekantieren und eine Ente am Tisch tranchieren.

Aber auch das Zusammenstellen und Aufschreiben eines Warenkorbs für ein Vier-Gänge-Menü zählte zu den Forderungen genau wie das Eindecken einer Festtafel, das Falten von acht verschiedenen Serviettenformen, die Hygiene des Geschirrs, die saubere und perfekte Tragetechnik sowie ein Bier genau bis zum Strich wohltemperiert dem Gast anbieten. Die Warenerkennung von 20 Lebensmitteln, das Auftafeln von Speisen für acht Personen an einem Tisch sowie das Filettieren einer Forelle am Tisch komplettierten unter anderem die Aufgaben der Meisterschaft.

Toni Kamieths Eltern, Sandra und Joachim, weilten bei der Meisterschaft auch unter den 300 Gästen beim abschließenden Meisterschafts-Abendmenü. Allerdings wurden sie nicht von ihrem eigenen Sprössling bedient. Der Westaltmärker musste an einem anderen Tisch acht Personen sowie die Experten von der Perfektion seines Handwerks überzeugen und dabei die Speisen auf französische und englische Art von der Platte und vom Beistelltisch möglichst perfekt, präzise und schnell servieren. Dies gelang ihm Als Menü hatte das Team Mecklenburg-Vorpommern eine Terrine von Lachsforelle und Jacobsmuschel mit Tomatenchutney sowie Salatbouquette gekocht.

Dazu servierten sie Schaumsuppe von der Petersilienwurzel mit frittierter Petersilie sowie Wachtelei. Der Hauptgang, den der Fünftplatzierte auftafelte, war gebackenes Roastbeef unter der Senfkruste mit Thymianjus, Portweinschalotten, Mandelbrokkoli und Kartoffelsouffle. Zum Abschluss des schmackhaften Menüs servierte der Winterfelder Feigen-Mascarpone-Creme im Schokoladenmantel mit Brombeersoße und kandierter Walnuss.

Lohn aller Mühen war am Ende der Meisterschaft vor den Toren der früheren Bundeshauptstadt Platz fünf für Toni Kamieth. 80,15 Zähler von 100 möglichen Punkten standen für den 20-Jährigen im Jury-Protokoll. Damit verfehlte der Winterfelder übrigens nur hauchdünn einen Podestplatz. Denn zum Dritten der Titelkämpfe hatte der Altmärker nur 1,7 Punkte Rückstand und zum Deutschen Titelträger ganze acht Punkte.

Als Team landete Mecklenburg-Vorpommern auf Rang sechs. Dazu gehörten neben dem Winterfelder Toni Kamieth (Restaurantfachmann) der Koch Hannes Heinickel (Boltenhagen) sowie der Hotelfachmann Thomas Bauer (Heiligendamm). Der Titel ging in diesem Jahr nach Baden-Württemberg. Die Vertretung aus Sachsen-Anhalt wurde übrigens Zehnter.

Um in Zukunft alle Facetten der Gastronomie kennenzulernen, hat der 20-Jährige nach der Lehre zum Restaurantfachmann im Spätsommer zusätzlich eine zweijährige Ausbildung zum Koch im renommierten Warnemünder Hotel „Neptun“ begonnen.

Damit steigen die Chancen auf einen krisenfesten Arbeitsplatz noch weiter. „Mit dem Ergebnis der Deutschen Meisterschaften kann ich mich bewerben, wo ich will. Damit kann ich nicht nur auf diese Leistung aufbauen. Ich habe alles in der Hand, meine berufliche Zukunft selbst erfolgreich zu gestalten“, schaut der junge Mann aus Winterfeld optimistisch nach vorn. Und wenn er in den namhaften deutschen Hotels gekellnert sowie gekocht hat und später einmal Heimweh nach seinem Heimatort in der Altmark verspürt: Im „Winterfelder Hof“, bei seinem Vater Joachim sowie seiner Oma Erika, ist bestimmt immer ein Platz für den Fünftplatzierten der Deutschen Jugendmeisterschaft der Restaurantfachmänner frei.

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