Ein Tierschutzverein und Ehrenamtliche kümmern sich nicht nur um Störche

Im Jeetzetal fühlen sich Vögel wohl

Schaukasten mit Bildern der Webcam vom Storchennest in Siedenlangenbeck
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Die Störche in Siedenlangenbeck können dank einer Webcam in einem Schaukasten nur wenige Meter neben dem Storchennest besichtigt werden. Die Bilder werden auch live ins Internet übertragen.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Vogelschutz wird in Siedenlangenbeck und dem angrenzenden Jeetzetal großgeschrieben. Davon konnte sich auch Klaus Rehda, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, bei einem kürzlichen Besuch überzeugen. Rehda war auf Einladung der Bürgerinintiative „Pro Jeetzetal“ gekommen, die seit sieben Jahren gegen das Windvorranggebiet Siedenlangenbeck kämpft (AZ berichtete).

„Wir machen hier seit 2015 Kartierungen von allen Vogelarten, die zu sehen oder zu hören sind“, informierte Dr. Dirk Schäffer vom Verein Vogelschutz-online. Man erfasse die Vögel in dem 132 Quadratkilometer großen Messtischgebiet an 365 Tagen im Jahr, „das ist eine anspruchsvolle Geschichte“, zu der auch das Beringen von Vögeln, darunter alle Brut- und Jungvögel, gehöre. „In einer Saison beringen wir hier 100 Jungstare“, berichtete Schäffer.

Im Messtischgebiet habe man 164 Vogelarten nachgewiesen, davon 102 Brutvögel. Im Frühjahr kommen laut Dr. Schäffer bis zu 3.800 Kiebitze, 1.000 Kraniche, bis zu 5.000 Gänse, 132 Goldregenpfeiffer in die Jeetzeniederung, nannte er einige Beispiele. „Das Gebiet war mal Vorranggebiet für Vogelschutz gewesen“, betonte Schäffer.

Die Störche fühlen sich wohl in Siedenlangenbeck. Das Nest muss aber bald gerichtet werden, es hat Überhang.

Neben dem Erfassen und Beringen von Vögeln hat der Verein Vogelschutz-online aber noch viel mehr getan. So wurde 2017/18 ein alter Trafoturm in Beetzendorf so umgebaut, dass Eulen dort nisten können. Zur gleichen Zeit entstand in Siedenlangenbeck ein Schwalbenhaus und wurden zwei Eisvogelkästen angefertigt.

Direkt im Dorf Siedenlangenbeck thront ein Storchennest über den Häusern. Und nur wenige Meter davon entfernt können Passanten in einem Schaukasten dank einer Webcam verfolgen, wie sich die beiden Jungstörche entwickeln. Die Kamera war im Vorjahr aufgestellt worden, die Bilder vom Storchennest sind auch live im Internet zu sehen. Unterhalb des Nestes ist am Zaun eine Tafel befestigt, auf der seit 2001 Buch geführt wird über die Jungstörche. Der Eintrag für 2021 fehlt allerdings bisher noch.

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