VG Beetzendorf-Diesdorf: Bürgermeister kritisiert unterschiedliche Regelungen von Ministerien

Testpflicht besteht auch in Horten

Schnelltest auf das Coronavirus
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Ein Corona-Schnelltest zeigt ein negatives Testergebnis. Während die Selbsttests für Kita-Kinder freiwillig sind, sind sie bei Schülern und auch bei allen Hort-Kindern verpflichtend.
  • Christian Reuter
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Das Thema Selbsttests beschäftigt auch weiterhin die Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf und sorgt dort zunehmend für Verdruss. „Ein Betreten der Horte ohne Test ist ausgeschlossen, das wird uns jetzt ganz beiläufig mitgeteilt“, informierte VG-Bürgermeister Michael Olms bei einem Pressegespräch. Und weiter: „Die Hortnerinnen haben auch eine Testpflicht, so wie die Lehrer.“

Dies habe die Verwaltung durch ein Schreiben des Landessozialministeriums vom 19. April, das an die Leiterinnen und Leiter der Jugendämter in Sachsen-Anhalt gerichtet war, erfahren. „Das sind solche Ad-hoc-Aktionen, aber man braucht einen gewissen Vorlauf von mindestens zwei bis drei Tagen“, zeigte sich Olms verärgert. Die bisherigen Erlasse in der Corona-Pandemie seien inzwischen „weder zählbar noch nachvollziehbar“. Es würden immer zeitversetzt unterschiedliche Regelungen kommen, weil für die Horte das Sozialministerium und für die Schulen das Bildungsministerium zuständig sind.

Auch die VG-Hauptamtsleiterin Anja Schrader ist mit der Neuregelung unzufrieden: „Das Land hat gesagt: Ihr habt jetzt die Testpflicht in den Horten. Wir hatten schon eine Krankschreibung, weil es eine Kollegin gab, die damit nicht klar kam.“ Mit der Testpflicht in den Horten stehe fest: Das Kind früh nicht zur Schule schicken, aber nachmittags den Hort nutzen, das funktioniere nicht, betonte Anja Schrader.

Dabei sei bisher noch nicht mal die regelmäßige Lieferung der Selbsttests gewährleistet. „Wir bekommen die Tests über das Land vom Landkreis. Teilweise sind sie bis zu einer Woche zu spät gekommen“, erklärte Michael Olms. Und da die Tests immer wieder von verschiedenen Anbietern kämen, müsse die Verwaltung einen enormen zusätzlichen Aufwand betreiben. „Am Mittwoch, 21. April, standen hier vier Mitarbeiter und sortierten einen halben Tag lang Packungen mit 25 Selbsttests in kleinere Packungen um“, berichtete Olms. Die Tests seien für die 15 Kindergärten der Verbandsgemeinde bestimmt gewesen, für das Testen der Kinder zu Hause, erläuterte Schrader auf AZ-Nachfrage. Für die Kita-Kinder seien die Tests weiterhin freiwillig, für das Kita-Personal hingegen nicht. Das Chaos werde immer größer, so Schrader.

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