Windvorranggebiet III „funktionslos“

Teilplan Wind soll überarbeitet werden: „Haben unser Minimalziel erreicht“

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Im Jeetzetal machen auch Störche (im Bild) oft Rast.

Siedenlangenbeck – Das Windvorranggebiet (WVG) III Siedenlangenbeck soll aus dem Regionalen Entwicklungsplan Altmark herausgenommen werden.

Dies fordert die Bürgerinitiative (BI) „Pro Jeetzetal“ seit Jahren, und der Gemeinderat Beetzendorf hatte am 11. April eine Petition zur Streichung des WVG aus dem Entwicklungsplan verabschiedet.

Das Thema stand kürzlich bei der 79. Sitzung der Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft (RPG) Altmark auf der Tagesordnung. „Wir haben unser Minimalziel erreicht, denn der Plan soll überarbeitet werden“, sagte Jörn Thaute von der BI. Er war gemeinsam mit mehreren anderen Mitstreitern Gast der Sitzung.

Steffen Kunert, Geschäftsstellenleiter der RPG, teilte auf AZ-Nachfrage mit, dass Landrat Michael Ziche einen Antrag auf Fortschreibung des sachlichen Teilplanes Wind gestellt habe. Darin heißt es unter anderem: „Die Geschäftsstelle wird beauftragt, in Vorbereitung einer kurzfristigen Fortschreibung des sachlichen Teilplanes Wind ein Plankonzept zu entwickeln, welches die neuesten fachlichen Erkenntnisse hinsichtlich der naturschutzfachlichen Belange sowie die aktuelle Rechtsprechung bewertet und einarbeitet.“ Dabei solle insbesondere der Fortbestand des WVG Siedenlangenbeck überprüft werden.

Begründet wurde der Antrag unter anderem damit, dass das WVG aus naturschutzrechtlicher Sicht „heute und für die Zukunft funktionslos“ geworden sei: „Nach derzeitigem Stand der Technik könnten auf dieser Fläche vier bis sechs Windenergieanlagen errichtet werden. Die Jeetzeniederung ist jedoch gleichzeitig Lebensraum zahlreicher unter dem besonderen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes fallender Tierarten (Uhu, Rotmilan, Wiesenweihe, Kranich, Seeadler, Fledermäuse).“ Im Zeitraum von 2014 bis 2018 seien zwei immissionsschutzrechtliche Verfahren bezüglich der Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen im WVG Siedenlangenbeck geführt worden und insbesondere aufgrund naturschutzrechtlicher Ablehnungen negativ ausgefallen.

„Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass naturschutzrechtliche Belange auch weitere Genehmigungsverfahren im WVG Siedenlangenbeck dauerhaft scheitern lassen werden.“

Der Antrag von Ziche sei durch die Regionalversammlung angenommen und die Geschäftsstelle beauftragt worden, diesen umzusetzen, sagte Steffen Kunert. Als erster Schritt sei die Erarbeitung eines Plankonzeptes vorgesehen, über das die Regionalversammlung entscheiden müsse. Der zeitliche Ablauf sei nicht abschätzbar, da es ein öffentliches Verfahren sei und die entsprechenden gesetzlichen Verfahrensschritte einzuhalten seien. „Der Zeitraum kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Wie die letzten Verfahren gezeigt haben“, so Kunert.

VON CHRISTIAN REUTER

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