Am Diesdorfer Gotteshaus sind nur Eulen, Falken und Fledermäuse gern gesehen

Tauben müssen draußen bleiben

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Dass Tauben mit ihrem Kot dauerhafte Schäden an der denkmalgeschützten Kirche anrichten, konnte in den vergangenen Monaten verhindert werden.

Diesdorf – Am Diesdorfer Gotteshaus sind Schleiereulen und Turmfalken gern gesehene Besucher. Tauben und Dohlen müssen jedoch draußen bleiben. Zumindest versucht Vogelfreund Uli Jacobs diesen Tieren den Zutritt zum Gotteshaus zu verwehren.

Uli Jacobs aus Abbendorf findet nicht selten Taubeneier in der Diesdorfer Klosterkirche. Unerwünscht sind die Tiere besonders in den Nistkästen, weil diese für Eulen und Falken reserviert sind.

Grund: Die Tauben hinterlassen eine Menge Dreck in dem Gemäuer und zuweilen gab es in der Diesdorfer Klosterkirche sogar eine regelrechte Taubenplage. Es ging sogar so weit, dass die Tiere Säckeweise Kot im Giebelbereich hinterlassen haben. Das ist aber nicht das Schlimmste an der Misere: „In Verbindung mit Feuchtigkeit wird der Taubenkot zu einer ätzenden Substanz, die alles verstören kann“, so der Abbendorfer Kirchenhelfer weiter. Daher rückt Uli Jacobs seit Jahren den Tieren mit Drahtsperren zuleibe. Sie sollen die Tauben gleich an den Luken und Fenstern abhalten, ins Innere vorzudringen.

Nicht behindert werden sollen natürlich die geschützten Falken und Eulen. Sie sollen nach Möglichkeit in den dafür geschaffenen Nistkästen brüten, die an den Fenstern installiert sind. „Im Grunde haben wir hier in Diesdorf kaum noch Probleme mit den Tauben, auch wenn es einigen hartnäckigen Exemplaren immer mal wieder gelingt, sich in den Bereich des Dachstuhls vorzukämpfen“, betont Jacobs – auch wenn es eine Zeit lang einmal besondere Probleme mit nistenden Dohlen gab.

Dass die Tiere jedoch mit ihrem Kot dauerhafte Schäden an der denkmalgeschützten Kirche anrichten, das konnte in den vergangenen Jahren infolge der strikten Maßnahmen erfolgreich verhindert werden. In Diesdorf kümmert sich seit Jahren Uli Jacobs um die Vögel in und an der Klosterkirche. Gotteshäuser und alte Gemäuer sind generell Lieblingsreviere und Rückzugsgebiete vieler heimischer Vögel. Uli Jacobs pflegt mit seinem Engagement das Erbe, welches einst der Diesdorfer Vogelfreund und Naturschützer Heinrich Klaas im Gotteshaus hinterlassen hat. Dieser Tage müssen zum Beispiel die Nistkästen der Schleiereulen und Turmfalken für die nächste Brut im Frühjahr gesäubert werden. Mit etwas Glück brüten dann auch andere Vögel in dem alten Gemäuer. „Nur die Tauben sind bei uns nicht gern gesehen, weil sie auch die Eulen leider vertrieben haben“, sagt Kirchenhandwerker Jacobs.

VON KAI ZUBER

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