Fast 800 000 Liter stinkende Brühe ergießen sich durch die Straßen von Jübar – zwei Verletzte

Tank geplatzt: Gülle überflutet Dorf

Vom Gülletank ist nur noch eine platte, schwarze Hülle übrig: Erst überflutete die Brühe das Feld, dann floss sie weiter in Richtung Dorf. Fotos: Hamann

Jübar. Mit einem lauten Knall ist gestern gegen 13.45 Uhr ein riesiger Gülletank an der Schweinemastanlage in Jübar geborsten.

Ein Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Firma, der in sechs Meter Höhe am Tank arbeitete, wurde am Kopf schwer verletzt und per Helikopter nach Braunschweig geflogen, ein weiterer, der unten an der Leiter stand, an der Hüfte verletzt nach Salzwedel gefahren.

Sechs Meter hoch, zehn Meter im Durchmesser und fast voll sei er gewesen, berichteten Mitarbeiter und Einsatzkräfte über den Gülletank, der offenbar dem Gewicht von rund 790 000 Litern nicht mehr standhielt. Sein Inhalt überschwemmte erst Teile des Betriebes, breitete sich dann über einige Hektar des angrenzendes Feldes aus und floss dann auf breiter Fläche bergab Richtung Grundschule, wo auch ein Teil des Friedhofes von der stinkenden Masse geflutet wurde. Über die Kanalisation gelangte dann die Gülle bis in die dafür nicht ausgelegte Kläranlage, bis Mitarbeiter des Wasserverbandes Klötze das Regenrückhaltebecken absperrten. Wie es weitergeht, entscheidet nun das Umweltamt.

Die Feuerwehr der Gemeinde war überfordert, da nur drei Aktive dem Sirenenruf folgen konnten. Diesdorf leistete tatkräftige Unterstützung, auch Verbandsgemeindewehrleiter Bert Juschus war vor Ort. Ein Feuerwehrmann hatte viel Glück im Unglück: Er fiel bis zu den Achseln in einen durch die Gülle verborgenen Schacht, konnte sich aber im letzten Moment noch halten. Nun geht es an die Ursachenforschung.

Fotos vom geplatzten Silo

Gülle-Silo geplatzt

Gülle-Silo geplatzt

Von Steffen Hamann

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