„Das ist eine Schrift zum Verlieben“

Sütterlin-Kurs im Freilichtmuseum Diesdorf gut angenommen

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16 Teilnehmer von Wolfsburg bis Salzwedel machten sich mit der Sütterlinschrift vertraut. Nach drei Stunden waren sie in der Lage, diese Schrift zu lesen und zu schreiben.

Diesdorf – Gleich 16 Anmeldungen verzeichnete das Freilichtmuseum Diesdorf am Wochenende zum Sütterlin-Kurs. Diese alte Schrift kommt immer mehr in Mode, nicht zuletzt wegen der Ahnenforschung oder das Lesen alter Dokumente.

„Sütterlin ist aber auch eine Schrift zum Verlieben“, sagte Kursleiter Heinz-Günter Klaas.

Lehrer i. R. Heinz-Günter Klaas schreibt das A an die Tafel. Zu jedem Buchstaben wusste er eine Geschichte.

Der pensionierte Lehrer und Diesdorfs Ortschronist beschäftigt sich schon lange mit der „Deutschen Schreibschrift“, die Ludwig Sütterlin (1865-1917) aus der vormaligen verschnörkelten Kurrentschrift vereinfacht hat. Ziel von Sütterlin war es, den Schulanfängern eine leichtere Einstiegsschrift zu bieten.

Wie Klaas zu Beginn informierte, wurde die Sütterlin-Lehrmethode zunächst 1915 probeweise an den preußischen Schulen eingeführt und dort 1918 für verbindlich erklärt. Thüringen folgte 1929, Hessen 1930, Baden und Danzig 1931.

1941 verbot das Hitlerregime diese Schrift, vermutlich weil Sütterlin jüdischer Abstammung war. Es wurde die Deutsche Normalschrift eingeführt. Bezeichnend war, dass es auch Sütterlin war, der dieses lateinisches Schreib-Alphabet für die Schule entwickelt hatte, welches aber nicht seinen Namen trug.

Auf die Kursteilnehmer wartete ein straffes Programm. Drei Stunden lang erlernten sie Buchstabe für Buchstabe. Heinz-Günter Klaas hatte allen Teilnehmern dafür Lehr- und Schreibmaterial zur Verfügung gestellt. Die hoch motivierten Teilnehmer freuten sich, dass sie am Ende Sütterlin nicht nur lesen, sondern teilweise auch schon schreiben konnten. Zum Kursprogramm an diesem Tag wies Klaas aber auch noch in die oft komplizierte Ahnenforschung ein.

Dafür gab er viele Tipps, wie jeder an Informationen kommt und stellte sogar Blätter mit vorgezeichneten Stammbäumen zur Verfügung. „Ich war mit meinen Zöglingen sehr zufrieden“, sagte Klaas am Ende des Kurses. Klaas, der sehr gerne für das Museum in seiner Freizeit arbeitet, informierte, dass das nicht der letzte Kurs dieser Art gewesen ist. Anmeldungen und Infos über www.freilichtmuseum-diesdorf.de, info@freilichtmuseum-diesdorf.de oder Tel. (03902) 450.

VON RÜDIGER LANGE

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